"Rave the Planet": Techno-Parade zieht ausgelassen durch Berlin

Berlin - Zehntausende sind am Samstag bei der Techno-Parade "Rave The Planet" mit Loveparade-Gründer Dr. Motte (62) durch Berlin gezogen.

Das Motto der Technoparade "Rave the Planet" lautete in diesem Jahr "Music is the answer".
Das Motto der Technoparade "Rave the Planet" lautete in diesem Jahr "Music is the answer".  © Christoph Soeder/dpa

Bei strahlendem Sonnenschein und mehr als 30 Grad zeigten viele Menschen auf der Straße des 17. Juni nackte Haut. Manche Frauen hatten obenrum nur einen BH an oder trugen hüftabwärts nicht mehr als einen Tanga.

Bis zuletzt stand die zweite Auflage der Techno-Parade auf der Kippe. Kurz vor dem Start gaben Feuerwehr und Polizei dann aber doch ihr Okay. "Die Innenstadt gehört heute den Raverinnen und Ravern", twitterte die Polizei am Mittag.

Dr. Motte, mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh, begrüßte die Raver am Großen Stern. Während der Veranstaltung klagte Dr. Motte über Kreislaufbeschwerden. Ihm falle es jetzt schwer, sich wirklich über die Veranstaltung zu freuen, sagte er. Die Polizei hatte als Genehmigungsbehörde Bedenken wegen des Sicherheitskonzepts.

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Das Problem sei auch dank eingegangener Spenden fast gelöst worden. "Uns fehlen noch locker 150.000 Euro", erklärte Dr. Motte aber und rief zu weiteren Spenden auf.

Auch mit Blick auf die Katastrophe bei der völlig überfüllten Loveparade anderer Organisatoren 2010 in Duisburg hatten die fehlenden Verträge mit Sanitätsdiensten eine besondere Brisanz. In Duisburg waren 21 Menschen gestorben, mehr als 500 wurden verletzt.

"Rave the Planet": Techno-Party auf den Spuren der Love Parade

Auch bei der zweiten Ausgabe der Parade waren ausgefallene Outfits gefragt.
Auch bei der zweiten Ausgabe der Parade waren ausgefallene Outfits gefragt.  © Fabian Sommer/dpa

Am Samstag waren in Berlin aus Sicht von Polizei und Feuerwehr aber alle Auflagen erfüllt. "Das hat auf uns einen vernünftigen Eindruck gemacht", sagte ein Feuerwehrsprecher. Etwa 270 Menschen seien als medizinisches Personal vor Ort, die Veranstalter sprachen von 240 Helfern.

Die Polizei begleitet die Veranstaltung im Tiergarten zwischen dem Brandenburger Tor und dem Großen Stern nach eigenen Angaben mit rund 1000 Beamtinnen und Beamten.

"Auf und neben den 25 Floats tummeln sich nach unserer Schätzung rund 130.000 mehr oder weniger wippende Menschen", teilte sie rund drei Stunden nach Beginn der Veranstaltung auf Twitter mit. Die Veranstalter sprachen von etwa 150.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Erwartet wurden bis zu 300 000.

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Wegen des Andrangs wurde am Brandenburger Tor der Bahnhof nach Polizeiangaben sicherheitshalber geschlossen. U-Bahnen und S-Bahnen hielten nicht mehr dort, hieß es.

Wie die legendären Berliner Techno-Paraden in den 1990er Jahren war der Umzug als Demonstration angemeldet.

Erstmeldung am 8. Juli um 13.28 Uhr. Letztes Update um 19.21 Uhr.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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