Hanfmesse "Mary Jane" in Berlin: Besucherflut sorgt für Einlassstopp
Berlin - Mit einem Besucherrekord ist die diesjährige "Mary Jane" in Berlin zu Ende gegangen. Laut Angaben des Veranstalters zählte Europas größte Cannabis-Messe insgesamt mehr als 42.000 Besucher.

Lang vorbei sind die Zeiten, in denen Marihuana und anderen Cannabis-Produkten das leicht miefige Image des Versagerkrauts für Stoner, Slacker und andere Realitätsverweigerer anhaftete.
Heute - erst recht mit der Teillegalisierung im Rücken - gilt das Geschäft mit dem Grün als vielversprechender Industriezweig. Und so wie es Weinkenner gibt, existieren heute wie selbstverständlich auch Cannabis-Connaisseure.
Mit diesem neuen Selbstbewusstsein präsentierten sich entsprechend auch die mehr als 400 Aussteller aus aller Welt an den drei Messetagen auf 20.000 Quadratmetern unter dem Berliner Funkturm.
"Das Wochenende hat gezeigt, dass Berlin der angesagteste Hanf-Hotspot und die Mary Jane jetzt die europäische Leitmesse ist. Viele wollten dabei sein und die Atmosphäre selbst erleben", erklärte Nhung Nguyen, Veranstalterin und Mitbegründerin der Mary Jane.
In der Tat: Am Samstag war der Andrang teilweise so groß, dass der Einlass für kurze Zeit sogar unterbrochen werden musste! Die Besucher dürften es aber, so viel Klischee sei erlaubt, gaaanz entspannt genommen haben.

Mary Jane 2024 in Berlin: Preis für Lauterbach

Auf der Messe konnten sich die Cannabis-Enthusiasten darüber informieren, wie fassettenreich sich die Branche inzwischen entwickelt hat: vom App-gesteuerten Balkongewächshaus für den Eigenanbau bis zu Hanf-Hundeleckerlis war alles dabei.
Auf einer Fachkonferenz diskutierten Experten aus Medizin, Wissenschaft und Politik über Chancen und Perspektiven der Cannabis-Wirtschaft. Draußen sorgten Bühnen mit Live-Acts und Chill-Areas für Festivalstimmung.
Der Mann der Stunde war hingegen ein dezidierter Nicht-Kiffer: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (61, SPD). Für seinen Einsatz bei der politischen Teillegalisierung von Cannabis erhielt der Politiker den Mary Jane Award 2024.
Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa