Von Monika Wendel
Berlin - Eine internationale Organisation gegen Extremismus will die ehemalige Goebbels-Villa am Bogensee nördlich von Berlin zu einem Zentrum gegen Antisemitismus und Hass im Internet entwickeln.
Das Counter Extremism Project (CEP) wolle dort ein weiteres Standbein aufbauen und habe sich mit der Idee an die Berliner Immobilienmanagement GmbH gewandt, sagte CEP-Geschäftsführer Hans-Jakob Schindler der Deutschen Presse-Agentur.
Noch ist aber unklar, wie es auf dem historischen Areal in der Gemeinde Wandlitz weitergeht und ob ein solches Vorhaben umgesetzt werden kann.
Seit langem wird über die Zukunft des Geländes am Bogensee mit der früheren Villa von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels diskutiert. Zu DDR-Zeiten gab es dort auch die ehemalige Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ).
Eigentümer des Areals, das seit dem Jahr 2000 ungenutzt ist und verfällt, ist das Land Berlin. Im vergangenen Sommer hieß es von der Berliner Finanzverwaltung, bei der Suche nach einer möglichen neuen Nutzung will das Land Berlin 13 Bewerber näher prüfen. Vor wenigen Monaten wurde auch bekannt, dass die Bundeswehr das Areal als möglichen Standort prüft.
Die Organisation betreibt bereits ein ähnliches Zentrum in der ehemaligen Villa des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß in Polen. Ziel sei es, ehemalige Täterorte für Bildungs- und Aufklärungsarbeit gegen Extremismus zu nutzen, erklärte CEP-Geschäftsführer Hans-Jakob Schindler. Unterstützung erhält das Projekt auch vom Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner.