Wegner bleibt CDU-Spitzenkandidat: "Ich will Regierender Bürgermeister bleiben!"
Berlin - Kai Wegner (53) ist von der Berliner CDU erneut als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September nominiert worden. Auf einem Parteitag in Berlin-Neukölln erhielt der Regierende Bürgermeister 252 von 272 Stimmen, das entspricht 92,6 Prozent.
Kurz vor der Abstimmung hatte überraschend ein Delegierter aus dem Kreisverband Mitte eine Gegenkandidatur angekündigt. Die Mehrheit der Delegierten sprach sich dennoch klar für Wegner aus.
Nach der Wahl zeigte sich der CDU-Landeschef erleichtert: "92,6 Prozent in geheimer Abstimmung – das ist Unterstützung. Ich will Regierender Bürgermeister bleiben – was denn sonst!"
Im Vergleich zu früheren Abstimmungen fiel die Zustimmung geringer aus. 2022 hatte Wegner ohne Gegenkandidaten deutlich mehr Rückhalt erhalten.
In den vergangenen Monaten war der 53-Jährige innerhalb der Partei wiederholt in die Kritik geraten, unter anderem wegen seines Umgangs mit dem Berliner Stromausfall sowie personeller Entscheidungen im Senat.
Wegner zieht Bilanz: "Drei gute Jahre für Berlin"
In seiner Parteitagsrede stellte Wegner die Bilanz des schwarz-roten Senats heraus und sprach von "drei guten Jahren für Berlin". Die Wahl nannte er eine "Schicksalswahl". Er warb für seinen Kurs aus Pragmatismus, Verwaltungsreform und Wohnungsbau.
Die CDU habe wichtige Reformen umgesetzt, sagte Wegner, etwa bei der Verwaltung mit klareren Zuständigkeiten. Auch beim Wohnungsbau verwies er auf rund 80.000 neu gebaute Wohnungen in der laufenden Legislaturperiode.
Zugleich sprach er sich klar gegen Enteignungen aus und betonte: "Mit mir wird es Enteignungen von Wohnraum in Berlin definitiv nicht geben."
Auch in der Verkehrspolitik setzte Wegner Akzente. Der Weiterbau der A100 sei richtig gewesen, nun solle auch der 17. Bauabschnitt folgen. Für seine Rede erhielt er langen Applaus.
Bei der Abgeordnetenhauswahl 2023 hatte die CDU mit Wegner 28,2 Prozent erreicht und erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder den Regierenden Bürgermeister gestellt. In aktuellen Umfragen liegt die Partei jedoch nur noch bei 19 bis 20 Prozent.
Titelfoto: Annette Riedl/dpa

