Berlin - Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr auch an den Biophysiker Peter Hegemann (71) von der Humboldt-Universität zu Berlin. Gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Georg Nagel (73) und dem US-Wissenschaftler Karl Deisseroth (54) wird er für entscheidende Entdeckungen auf dem Gebiet der Optogenetik ausgezeichnet.
Der 71-jährige Hegemann wurde 2004 an die Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Nun gehört er zu den drei Forschern, die am Montag für ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen geehrt wurden und damit den Grundstein für die Optogenetik legten.
Mit der Optogenetik lässt sich die Aktivität einzelner Nervenzellen in einem lebenden Gehirn an- oder ausschalten. So können Wissenschaftler untersuchen, wie Nervenzellen unter anderem Erinnerungen, Gefühle und Verhalten beeinflussen. Inzwischen wird die Methode auch für medizinische Anwendungen erforscht, etwa in der Augenmedizin.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (54, CDU) gratulierte Hegemann und betonte die Bedeutung der Auszeichnung für den Wissenschaftsstandort Berlin.
"Mit Ihren bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Optobiologie haben Sie Maßstäbe gesetzt und Hoffnungen auf ungeahnte medizinische Anwendungen geweckt", erklärte Wegner.
Der Medizin-Nobelpreis eröffnet traditionell die Nobelpreiswoche. Es folgen die Preise für Physik, Chemie, Literatur und Frieden. Die Nobelpreise werden am 10. Dezember in Stockholm und Oslo verliehen.