Panzer rollen über Reklametafel am Berliner Ku'damm: Das steckt dahinter

Berlin - Hat ein Werbebanner in Berlin gezeigt, wie die Deutschen zu Panzerlieferungen stehen? Ein entsprechender Clip geht im Netz viral.

Mit dem Video soll gegen die Lieferung von deutschen Kampfpanzern an die Ukraine protestiert werden.
Mit dem Video soll gegen die Lieferung von deutschen Kampfpanzern an die Ukraine protestiert werden.  © Peter Steffen/dpa

Deutschland wird der Ukraine für ihren Kampf gegen den Angriffskrieg Russlands moderne Kampfpanzer senden. Gegner solcher Pläne versuchen eine Verbindung zum Zweiten Weltkrieg herzustellen.

Damals waren Panzer des Deutschen Reiches in einem Vernichtungskrieg in Richtung Moskau gefahren. Jetzt soll es auf einem Werbebanner in Berlin Kritik an der deutschen Militärhilfe für Kiew gegeben haben.

An der Straßenkreuzung Kurfürstendamm Ecke Joachimsthaler Straße in der Nähe der Gedächtniskirche soll auf einer riesigen LED-Werbetafel am Geschäftshaus Ku'damm Eck ein Video ausgestrahlt worden sein, das deutsche Panzer von 1943 und 2022 zeigt. In Anlehnung an den Satz "Nie wieder Krieg" wird die Frage aufgeworfen: "Vielleicht nicht wieder?"

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Doch das stimmt nicht. Der in sozialen Medien verbreitete Clip ist manipuliert.

Originalvideo des Bannerbetreibers Limes, in die die Panzer-Szene geschnitten wurde (ab Sekunde 16)

YouTube-Video eines Bannerbetreibers dient als Vorlage für Panzer-Fake

Das angebliche Video auf einer Werbetafel im Zentrum Berlins ist als Fake entlarvt worden.
Das angebliche Video auf einer Werbetafel im Zentrum Berlins ist als Fake entlarvt worden.  © Screenshot/Twitter/GeorgeOrwell3

Als Vorlage für den Fake dient ein ursprünglich vom Bannerbetreiber Limes ins Netz geladene Video, das haargenau dieselbe Straßenszene zeigt - mit denselben Fahrzeugen und Passanten.

Was allerdings anders ist: In der Originalversion sind auf der Anzeige keine Panzer, sondern ein Comic des britisch-japanischen Künstlers Simon Fujiwara (41) zu sehen.

Bei genauem Blick auf das manipulierte Video lässt sich zudem ausmachen, dass die Lichtreflexion auf dem Straßenasphalt nicht zum angeblichen Farbverlauf auf der Anzeigentafel passt.

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Dem Recherchenetzwerk Correctiv teilte das Unternehmen Limes mit, dass ein Clip mit den Panzermodellen auf keiner seiner Werbetafeln gezeigt worden sei. Das Video sei eine Fälschung.

Limes hatte die Originalszene am 7. April 2022 auf die Videoplattform YouTube hochgeladen. Die Bundesregierung entschied sich erst zehn Monate später zu Panzerlieferungen.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/GeorgeOrwell3

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