Berliner SPD-Chef will an 29-Euro-Ticket festhalten - unter einer Bedingung

Berlin - CDU und SPD haben sich bei den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, dass das 29-Euro-Ticket fortgeführt werden soll, auch wenn ab Anfang Mai das Deutschland-Ticket gilt. Nun hat der Berliner SPD-Chef die Bedingungen dafür genannt.

Raed Saleh (45) ist Landesvorsitzender der SPD Berlin und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.
Raed Saleh (45) ist Landesvorsitzender der SPD Berlin und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.  © Carsten Koall/dpa

Voraussetzung für das günstige bislang bis Ende April befristete Berliner Ticket ist laut SPD-Landeschef Raed Saleh (45) eine Verständigung im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).

"Es gibt schon andere Bundesländer, die angekündigt haben, ein eigenes System zu finden für die Reduzierung der 49 Euro", sagte der SPD-Fraktions- und Landesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben uns festgelegt auf ein 9-Euro-Sozialticket und auf ein 29-Euro-Ticket. Ich gehe fest davon aus, dass Brandenburg diesen Weg unterstützt."

Aus dem Nachbarland hatte es allerdings schon mehrfach Kritik und im VBB-Aufsichtsrat zum Teil schwierige Diskussionen über die Berliner Vorstellungen zur günstigen ÖPNV-Nutzung gegeben. "Auch die Brandenburger haben am Ende ein Interesse an einem starken Verkehrsverbund und kein Interesse daran, dass es dabei Komplikationen gibt", sagte Saleh.

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Die Schuld an den Schwierigkeiten, bei dem Projekt weiterzukommen, gibt Saleh der grünen Senatorin Bettina Jarasch: "Bisher ist es eher gescheitert an der Zuständigkeit der zuständigen Senatsverwaltung, das Ganze entsprechend klar und deutlich zu formulieren und auszuverhandeln."

Dass es das 29-Euro-Ticket ab Mai ohne Unterbrechung weiter geben wird, gilt als sehr unwahrscheinlich. "Es kann am Anfang eine Lücke geben. Aber man plant so eine Sache nicht für ein, zwei Monate, sondern für die kommenden Generationen", sagte Saleh.

Es sei für viele Jahre ein Beitrag zu einer günstigen Mobilität und auch zum Klimaschutz.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa, Carsten Koall/dpa (Bildmontage)

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