Plagiatsvorwürfe: Berlins Justizsenatorin Badenberg lässt Doktorarbeit prüfen

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Von Anja Mia Neumann, Thomas Struk

Berlin - Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) lässt die nach Medienberichten gegen sie erhobenen Plagiatsvorwürfe untersuchen.

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) hat die Universität zu Köln um eine unabhängige und umfassende Prüfung ihrer Dissertation gebeten.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) hat die Universität zu Köln um eine unabhängige und umfassende Prüfung ihrer Dissertation gebeten.  © Soeren Stache/dpa

Mehr als 80 Plagiate hat der "Plagiatsjäger" und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber (56) nach eigenen Angaben in ihrer Doktorarbeit gefunden und wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ein Gutachten dazu veröffentlicht. Konkret spricht Weber von "83 Plagiatsfragmenten".

"Die Dissertation wurde nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt", teilte Badenberg der Deutschen Presse-Agentur mit. "Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens."

Zuvor hatten "Berliner Zeitung" und "Tagesspiegel" berichtet. Badenberg hatte ihre Dissertation demnach im Jahr 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt.

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Badenberg, geboren im Iran, ging ab 1987 in Deutschland zur Schule, studierte Jura und promovierte. Ab 2006 arbeitete sie im Bundesamt für Verfassungsschutz und baute unter anderem die Cyberabwehr auf.

Manja Schreiner (48, CDU) ist von ihrem Amt als Umwelt- und Verkehrssenatorin zurückgetreten, nachdem ihr der Doktortitel entzogen wurde.
Manja Schreiner (48, CDU) ist von ihrem Amt als Umwelt- und Verkehrssenatorin zurückgetreten, nachdem ihr der Doktortitel entzogen wurde.  © Jörg Carstensen/dpa

Franziska Giffey und Manja Schreiner wurde Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen aberkannt

Auch der ehemaligen Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (48, SPD) wurde der Doktortitel aberkannt.
Auch der ehemaligen Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (48, SPD) wurde der Doktortitel aberkannt.  © Elisa Schu/dpa

Beim Verfassungsschutz leitete sie den Bereich Rechtsextremismus und Terrorabwehr und kümmerte sich auch um die Beobachtung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall. Im Jahr 2022 wurde sie Vizepräsidentin der Behörde - als erste Frau auf diesem Posten.

Im Jahr 2023 wurde Badenberg Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin. Damals war sie noch parteilos, im darauffolgenden Jahr trat sie in die CDU ein.

Die 51-Jährige, die seit Februar auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist, tritt bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September als Spitzenkandidatin auf der Bezirksliste in Charlottenburg-Wilmersdorf an.

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Zuletzt hatten Plagiatsvorwürfe unter anderem die frühere Berliner Umwelt- und Verkehrssenatorin Manja Schreiner (48, CDU) betroffen. Im Jahr 2024 entzog ihr die Universität Rostock ihren Doktortitel wegen Fehlern in ihrer Dissertation. Sie trat zurück, "um Schaden vom Berliner Senat abzuwenden". Schreiner selbst betonte: "Ich habe an keiner Stelle meiner Dissertationsarbeit vorsätzlich getäuscht oder betrogen."

Bundesweit bekannt ist auch der Fall der heutigen Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (48, SPD). Im Jahr 2021 hatte ihr die Freie Universität Berlin den Doktortitel aberkannt - wegen Täuschung bei der Übernahme fremder Inhalte. Von ihrem Amt der Bundesfamilienministerin trat Giffey damals zurück, wurde aber später Berlins Regierende Bürgermeisterin.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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