Senat zieht Konsequenzen: Staatssekretär Friederici muss gehen!

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Von Stefan Kruse

Berlin - Im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus hat der Berliner Senat den Staatssekretär für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Kulturverwaltung, Oliver Friederici (55, CDU), von seinen Aufgaben entbunden.

Oliver Friedericis (55, CDU) Entlassung ist eine personelle Konsequenz aus der Affäre um die Fördermittelvergabe.
Oliver Friedericis (55, CDU) Entlassung ist eine personelle Konsequenz aus der Affäre um die Fördermittelvergabe.  © Annette Riedl/dpa

Als Nachfolger wurde Alexander Straßmeir (62, CDU) berufen, wie die Kulturverwaltung mitteilte. Der frühere Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales wird aus dem Ruhestand geholt und steht ab Freitag zur Verfügung.

Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (56, parteilos) begründete den Schritt mit einem Rechnungshofbericht zur Fördermittelvergabe, der an diesem Freitag veröffentlicht werden soll und der ihr bereits vorliegt. Der Bericht gebe hinreichend Grund, Empfehlungen der Behörde unverzüglich umzusetzen. 

Ziel sei es, die Abläufe bei der Vergabe von Fördermitteln im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu überprüfen und gegebenenfalls neu aufzusetzen.

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Straßmeir werde seine ganze Kraft dafür einsetzen, dass die Prozesse bei der Vergabe dieser Zuwendungen künftig unter Beachtung der Maßgaben des Rechnungshofes rechtssicher, gerecht und zielorientiert gestaltet würden.

Alexander Straßmeir (62, CDU) steht ab Freitag als Staatssekretär für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Kulturverwaltung zur Verfügung.
Alexander Straßmeir (62, CDU) steht ab Freitag als Staatssekretär für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Kulturverwaltung zur Verfügung.  © Markus Lenhardt/dpa

Vorwürfe um umstrittene Fördermittelvergabe in der Kulturverwaltung

Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (56, parteilos) wird vorgeworfen, 2025 Fördermittel nach unklaren Kriterien vergeben zu haben.
Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (56, parteilos) wird vorgeworfen, 2025 Fördermittel nach unklaren Kriterien vergeben zu haben.  © Jens Kalaene/dpa

Grüne und Linke werfen dem früheren Kultursenator Joe Chialo (55, CDU) und seiner Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson vor, 2025 Fördermittel nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der CDU-Fraktion vergeben zu haben. Dabei geht es um rund drei Millionen Euro aus einem Etat der Kulturverwaltung für "Projekte von besonderer politischer Bedeutung". 

Im Raum steht der Verdacht unzulässiger Einflussnahme, auch Verstöße gegen das Haushaltsrecht werden nicht ausgeschlossen.

Die CDU-Fraktion und auch Wedl-Wilson hatten das zurückgewiesen, wobei die Senatorin auch Defizite bei der Fördermittelvergabe eingeräumt hatte.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

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