Stefan Evers: "Ich möchte mir nicht anhören, dass sich Anwohner in São Paulo sicherer als in Berlin fühlen"

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Berlin - Mehr Polizei, mehr Überwachung und weniger Tabus: CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) will Berlin im Fall eines Wahlsiegs deutlich sicherer machen. Im TAG24-Interview spricht er über Messerverbotszonen, KI-Überwachung, das Tempelhofer Feld – und seine Sorge vor einem Erstarken der Linken.

Stefan Evers (46) will Videoüberwachung von gefährdeten Orten möglich machen.
Stefan Evers (46) will Videoüberwachung von gefährdeten Orten möglich machen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Besonders deutlich wird Evers beim Thema Sicherheit. Der CDU-Politiker will die bestehenden Messerverbotszonen in Berlin ausweiten und der Polizei mehr Befugnisse geben.

Sein Ziel: intelligente Videotechnik, die nicht erst nach einer Straftat hilft, sondern schon vorher Alarm schlägt. "Wir wollen am Kottbusser Tor einen ersten Pilottest starten, der zeigt, was möglich ist", erklärt der 46‑Jährige. Die Technik könne gefährliche Situationen erkennen, noch bevor sie zu Straftaten werden, und die Polizei sofort alarmieren. Für ihn ein "Gamechanger" in der Sicherheitspolitik.

"Ich möchte mir nicht anhören, wenn ich unterwegs bin, dass sich Anwohner im Schwulenviertel von São Paulo in Brasilien sicherer als auf den Straßen von Berlin fühlen", stellt der 46-Jährige klar. Dort wird Videoüberwachung flächendeckend eingesetzt. 

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Der CDU-Spitzenkandidat will auch Videoüberwachung von gefährdeten Orten möglich machen. Als Beispiel nennt er ein israelisches Restaurant, das nach seinen Angaben täglich Ziel von Beleidigungen und Übergriffen werde.

Dass dort keine Videoüberwachung möglich sei, werde mit Datenschutz begründet. Evers' klare Ansage: "Wenn Datenschutz in Täterschutz umschlägt, dann sollten wir da die Voraussetzungen neu regeln."

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Stefan Evers (46) warnt vor einem politischen Erstarken der Linken.
Stefan Evers (46) warnt vor einem politischen Erstarken der Linken.  © Fabian Sommer/dpa

Für den Politiker ist auch die Wohnungsnot ein zentrales Thema. Seine Lösung sorgt allerdings für Zündstoff: Evers will Teile des Tempelhofer Feldes bebauen. Auf rund 300 Hektar Fläche könnten nach seinen Vorstellungen am Rand neue Wohnungen entstehen. Evers spricht von bezahlbarem Wohnraum für bis zu 50.000 Menschen. Gleichzeitig sollen rund 200 Hektar dauerhaft geschützt bleiben. Evers vergleicht die Fläche mit ganz Monaco oder dem Großen Tiergarten.

Seine Botschaft: Das Tempelhofer Feld müsse nicht komplett unberührt bleiben, um den Berlinern weiterhin Erholung und Freiraum zu bieten.

Auch bei der Debatte über Enteignungen nimmt Evers kein Blatt vor den Mund. Die Diskussion schade dem Wohnungsbau und schrecke Investoren ab.

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Seine drastische Aussage: "Investoren ziehen sich jetzt schon aus Berlin zurück, aus Angst vor Enteignungen, sollte die Linke hier regieren - allein das sorgt bereits jetzt für höhere Mieten." Evers warnt gleichzeitig vor einem politischen Erstarken der Linken. Besonders beim Thema Antisemitismus zieht er eine klare rote Linie: "Antisemitismus ist Extremismus, Punkt. Und mit extremistischen Kräften arbeiten Demokraten nicht zusammen."

Eine Zusammenarbeit mit der Linken schließt er damit faktisch aus. Seinen Wunsch für nach der Wahl formuliert der CDU-Spitzenkandidat dagegen klar: Die bestehende Koalition mit der SPD soll weiterregieren.

Und was passiert, wenn die CDU nicht stärkste Kraft wird? "Das ist nicht geplant", betont Evers schmunzelnd.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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