ver.di ruft wieder zu Warnstreik auf: Charité-Pflegekräfte sollen Arbeit niederlegen
Von Jana Kieseyer
Berlin - Beschäftigte der Universitätsmedizin Charité sind zur Stunde zum Warnstreik vor dem Berliner Abgeordnetenhaus aufgerufen.
Seit Montag wird außerdem über einen sogenannten Erzwingungsstreik abgestimmt, wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte. Die Beschäftigten streiken nach ver.di-Angaben für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Entlastungstarifvertrags.
Der Charité-Vorstand wolle diesen Entlastungstarifvertrag verschlechtern. Bei dem Vertrag geht es laut der Gewerkschaft um die Personalausstattung und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung.
"Die Charité braucht einen Tarifvertrag, der dafür sorgt, dass Beschäftigte bleiben, Azubis gut ausgebildet werden und neue Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden können", sagte Gisela Neunhöffer, stellvertretende Landesfachbereichsleitung von ver.di Berlin-Brandenburg.
Der Warnstreik findet am Donnerstag seit 9 Uhr auf dem Margot-Friedländer-Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus statt, das an diesem Tag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt. Die Streikenden erwarten aus dem Bekenntnis zum Entlastungstarifvertrag im Sondierungspapier der möglichen rot-grün-roten Koalition verbindliche Zusagen, teilte ver.di mit.
ver.di will Anfang November über Erzwingungsstreik abstimmen
Seit Juli verhandelt ver.di mit der Charité über eine Neuauflage des Tarifvertrages und hat eigenen Angaben nach währenddessen zu zehn Warnstreiks aufgerufen.
Daher will ver.di nun bis zum 5. November über einen Erzwingungsstreik abstimmen - die laut ihnen letzte Möglichkeit, wenn die Verhandlungen ausgeschöpft sind. Bei dieser Maßnahme legen die Streikenden demnach unbefristet ihre Arbeit nieder.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa
