YouTube-Video mit falscher Zugangskarte: Ermittlungen gegen Abgeordneten des Bundestags
Von Fabian Nitschmann
Berlin - Wegen einer falschen Zugangskarte für den Bundestag ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den Linken-Abgeordneten Ferat Koçak (47).
Das bestätigte das Büro des Politikers auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte die B.Z. berichtet.
Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung gegen einen 47 Jahre alten Bundestagsabgeordneten, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, ohne den Namen des Abgeordneten zu nennen. Weitere Auskünfte machte die Behörde nicht.
Koçak habe unter dem Motto "Rollentausch" ein Social-Media-Video mit einem Kioskbesitzer gedreht, teilte sein Abgeordnetenbüro mit. "Um diesen Rollentausch auch bildlich festzuhalten, überreichte der Kioskbesitzer MdB Koçak ein Namensschild mit dem Logo seines Kiosks.
Im Gegenzug erhielt der Kioskbesitzer symbolisch eine vom Büro Koçak gebastelte Requisite 'Bundestagsausweis' in grüner Farbe, der ausdrücklich nicht dem offiziellen Bundestagsausweis ähnelt", hieß es.
Dieser sei beim Einlass in den Bundestag gesehen worden. "Aus diesem Umstand entstand offenbar der nun erhobene Vorwurf", teilte das Büro mit.
Dieses YouTube-Video von Ferat Koçak soll Stein des Anstoßes sein
Der Kioskbesitzer sei für den Besuch des Bundestags ordnungsgemäß angemeldet gewesen und habe den Bundestag regulär unter Vorlage seines amtlichen Ausweisdokuments betreten.
Auf Koçaks YouTube-Kanal ist das Video von April abrufbar, das den Rollentausch mit dem Neuköllner Kioskbesitzer zeigt.
Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa
