Berlin - Am Donnerstag soll der Spreekanal zur politischen Badelandschaft werden. Der Verein "Fluss Bad Berlin" ruft zur vierten Schwimm-Demo des Jahres auf. Mit dabei ist die Volksbühne, die derzeit selbst mit ihrem umstrittenen "Volksbad" für Aufmerksamkeit sorgt.
Unter dem Motto "Fluss baden: Das Volksbad für ganz Berlin!" treffen sich am 20. August um 17 Uhr Aktivisten, Badefans und Politiker am Schinkelplatz.
Das Baden im Spreekanal ist seit rund 100 Jahren verboten. "Fluss Bad Berlin" will das ändern und fordert die Aufhebung des pauschalen Badeverbots. Ziel ist unter anderem eine öffentliche Pilot-Badestelle im Spreekanal.
Kooperationspartner ist die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort steht seit Anfang August ein 25-Meter-Becken – das "Volksbad". Am Donnerstag bleiben die Schwimmbahnen vor dem Theater leer: Stattdessen geht es gemeinsam mit "Fluss Bad Berlin" an den echten Fluss.
Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal (66) soll bei der Kundgebung sprechen. Die Botschaft: Öffentliche Gewässer sollen tatsächlich öffentlich zugänglich sein.
Mitten im Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September wird die Badeaktion auch als politische Bühne genutzt. Erwartet werden unter anderem Volt-Spitzenkandidatin Anna Auerbach (45) und Spitzenkandidatin der Linken Elif Eralp (45).
"Fluss Bad"-Vorstand Jan Edler verweist auf andere europäische Metropolen, die ihre Flüsse wieder für die Bevölkerung öffnen. Angesichts des Klimawandels brauche Berlin neue Konzepte für Wasserqualität, Sicherheit und öffentliche Zugänge.