"So etwas darf hier nicht geschehen": Evers warnt SPD und Grüne nach Eralp-Eklat
Berlin - Scharfe Worte im Streit um die künftige Regierung der Hauptstadt: CDU-Politiker Stefan Evers (47) hat eine mögliche Koalition unter Führung der Linken deutlich kritisiert. Auslöser ist ein Bericht des "Spiegel" über interne Anmerkungen der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45). Evers fordert SPD und Grüne auf, eine Zusammenarbeit mit der CDU als Alternative ernsthaft in Betracht zu ziehen.
In einem Instagram-Beitrag schrieb Evers: "Berlin braucht eine Führung, die Extremisten entschlossen entgegentritt und die Sicherheit aller gewährleistet."
Hintergrund ist ein "Spiegel"-Interview, bei dessen Autorisierung interne Anmerkungen bekannt wurden, in denen Eralp ihre Sorge um die eigene Sicherheit und die ihrer Familie äußerte.
Evers nimmt Eralps Äußerungen zum Anlass für grundsätzliche Kritik an der Berliner Linken. Gegenüber dem Nachrichtensender "Welt" sagte er, wenn diejenige, die künftig Berlin anführen solle, selbst Angst vor diesem Umfeld habe, zeige das, "wie weit der Arm der Hamas, wie weit der Arm anderer gefährlicher Strukturen in Zukunft reichen kann". "So etwas darf hier nicht geschehen", fügte der CDU-Landesvorsitzende hinzu.
Besonders deutlich wurde der CDU-Politiker mit Blick auf eine mögliche rot-rot-grüne Regierung: "Dieses Berlin, unsere Bundeshauptstadt, darf nicht regiert werden von einer Partei, deren Kandidatin für das Amt des Regierenden Bürgermeisters selbst in Angst lebt."
Evers wirbt für alternative Koalition
Der CDU-Politiker appellierte an SPD und Grüne, die laufenden Gespräche mit der Linken kritisch zu hinterfragen. Seine Partei sei bereit, über eine alternative Regierungsbildung zu sprechen.
Eralp selbst hatte sich nach Bekanntwerden des "Spiegel"-Berichts gegen den Eindruck gewehrt, sich einschüchtern zu lassen.
Sie verwies auf Bedrohungen gegen sie und ihre Familie sowie auf Empfehlungen der Sicherheitsbehörden. Zugleich versprach sie, als mögliche Regierende Bürgermeisterin konsequent gegen Gewalt, Terror und organisierte Kriminalität vorzugehen.
Auch die Linken-Spitze stellte sich hinter Eralp und kritisierte die Veröffentlichung der internen Anmerkungen.
Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

