Berlin - Die Berliner Kulturszene trauert um den Gründer und Direktor des Tipi am Kanzleramt, der am 23. Januar im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Das bestätigte das Tipi Berlin am Freitag.
"Wir verlieren unseren einmaligen Chef, einen mutigen und zuverlässigen Unternehmer, einen mitfühlenden und humorvollen Freund", hieß es in der Mitteilung. Großzügig, weltoffen und tolerant – so werde man ihn in Erinnerung behalten und sein Werk in seinem Sinne fortführen, erklärte das Team weiter.
Wie die B.Z. berichtet, war Klotzbach eine prägende Figur des Berliner Kulturlebens. Der studierte Theologe arbeitete zunächst als Lehrer, durfte jedoch wegen seines linken politischen Engagements nicht in den öffentlichen Dienst.
Es folgten Stationen im Zirkus, die Mitgründung des Schwarzen Cafés in der Kantstraße, des Tempodroms sowie Auftritte mit der Kabarett-Gruppe "Die drei Tornados".
1992 gründete Klotzbach die legendäre Bar jeder Vernunft, später auch das Tipi am Kanzleramt. Beide Häuser wurden zu festen Größen der Berliner Unterhaltungsszene – ohne staatliche Subventionen. Stars wie Meret Becker, Georgette Dee oder Max Raabe prägten dort ihre Karrieren.
Er hinterlässt seinen Ehemann Eric Schmidt-Mohan, der die Zelte gemeinsam mit dem Team weiterführen will. Seine letzte Ruhestätte wird auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Kreuzberg sein, wie das Tipi in einem Instagram-Post mitteilte.