Trockengelegt: Alkohol-Verbot an Berliner S-Bahnhöfen

Berlin - Schluss mit dem Suff! Die Deutsche Bahn verhängt ab dem 1. Mai ein striktes Alkoholverbot an den S-Bahnhöfen Zoo und Ostbahnhof.

Alkoholkonsum kann ein Auslöser für aggressives Verhalten sein. (Symbolfoto)  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa

Hintergrund sind zunehmende Probleme mit Gewalt, Vermüllung und Kriminalität. Künftig ist nicht nur der Konsum von Alkohol untersagt. Auch offene Flaschen oder Dosen dürfen nicht mehr mitgeführt werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit Platzverweisen rechnen. Im Wiederholungsfall drohen Hausverbote oder sogar Anzeigen.

Das Verbot gilt für die gesamte Verkehrsstation sowie gekennzeichnete Vorplätze. Ausnahmen gibt es nur in Gastronomiebetrieben und Geschäften vor Ort, berichtet die B.Z.

Zum Start soll das Sicherheitspersonal zunächst aufklären und Fahrgästen Zeit geben, sich an die neue Regelung zu gewöhnen. Erst bei Uneinsichtigkeit greifen strengere Maßnahmen.

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Das Verbot kommt nicht grundlos: Im ersten Halbjahr 2025 wurden an Berliner Bahnhöfen 6987 Straftaten registriert. Besonders häufig sind Diebstähle, Drogenverstöße und Körperverletzungen. Alkohol gilt oft als Auslöser für aggressives Verhalten und sorgt zusätzlich für Verwahrlosung.

Viele Fahrgäste fühlen sich an Bahnhöfen längst nicht mehr sicher. Genau hier will die Bahn ansetzen. Der Zoo und Ostbahnhof könnten erst der Anfang sein.

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Auch politisch nimmt die Debatte Fahrt auf. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (63, SPD) erklärte kürzlich in einem Interview mit dem "Nordkurier", dass er über ein Alkoholverbot im gesamten Bereich des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg nachdenkt. Ziel ist mehr Sicherheit im Nahverkehr für alle Fahrgäste.

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