Nach Pisa-Schock: Brandenburger Experten schlagen Alarm - "Dramatisch abgestürzt"
Von Wilhelm Pischke
Potsdam - Die schlechten Ergebnisse Deutschlands im Schulleistungsvergleich Pisa sind nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg ein alarmierendes Warnsignal.
Man sei im internationalen Vergleich "dramatisch abgestürzt", sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs. Das Bildungssystem müsse in Gänze zur Disposition gestellt werden, um Basiskompetenzen zu verbessern. "Es kann nicht sein, dass Schüler diese basalen Kompetenzen nicht lernen."
"Die Situation wird nicht besser", betonte Fuchs. Als kurzfristige Maßnahmen müsse man "korrigierend in den Haushalt eingreifen", die Zahl der Stellen sei dort zu niedrig. Es brauche zudem Regelungen, um in den ländlichen Regionen Lehrer zu gewinnen.
Angesichts der Vielzahl an Seiteneinsteigern brauche es mehr Qualifizierungsmaßnahmen. Fuchs pochte außerdem auf den flächendeckenden Einsatz von Schulassistenzen für verwaltungstechnische und pädagogische Aufgaben.
Im neuen Pisa-Vergleich schneiden Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Für die einzelnen Bundesländer gibt es aber keine detaillierten Ergebnisse. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen in Deutschland "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt", wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt.
Die Ergebnisse sind noch schlechter als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000. Der sogenannte Pisa-Schock hatte damals eine intensive Debatte und Bildungsreformen ausgelöst.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa
