Neuruppin - Die Polizei hat am Montag in Brandenburg bei einer Sonderaktion Reisebusse unter die Lupe genommen und ist dabei zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen.
Mehr als die Hälfte aller kontrollierten Busse wiesen Mängel auf, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.
Insgesamt überprüften Einheiten der Polizeidirektion Nord gemeinsam mit einem Sachverständigen 22 Reisebusse auf einem Autohof in Neuruppin, die zuvor von der A24 gelotst wurden.
Bei 14 Fahrzeugen wurden dabei teils erhebliche Schäden festgestellt. An zwei Bussen mussten demnach defekte Reifen gewechselt werden - bei zwei weiteren war die Frontscheibe gerissen.
Der Rahmen eines polnischen Busses war verrostet und eine Achse so stark verzogen, dass die Beamten die Weiterfahrt nur noch bis zur nächsten Werkstatt erlaubten.
Bei einem weiteren Reisebus aus Polen funktionierte der Notbremsassistent nicht mehr. Wer jetzt aber denkt, dass die Mängel nur ausländische Busse zutrafen, der sieht sich getäuscht.
Polizei zieht Rostlaube aus dem Verkehr, die nach Afrika exportiert werden sollte
Denn auch einem deutschen Fahrer wurde die Weiterfahrt untersagt, da die Bremsanlage seines Busses derart mangelhaft war, dass sie auszufallen drohte. Brisant: Das Fahrzeug war mit Fahrgästen besetzt, die ihre Reise in einem Ersatzbus fortsetzen mussten.
Obendrein hatten sieben Fahrer ihre Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet.
Auch die Direktion Süd hat einen schrottreifen Reisebus aus dem Verkehr gezogen. Die Autobahnpolizei stoppte das Fahrzeug mit dänischen Kurzzeitkennzeichen in der Nacht zu Mittwoch gegen 4 Uhr nahe dem Rasthof Bersetal auf der A13.
Mit besagten Plaketten hätte der Bus aber eigentlich nur aus Dänemark einreisen dürfen, befand sich aber tatsächlich auf dem Weg zur Nordsee.
Die Beamten stuften das Gefährt nach einer ersten Überprüfung "als rollende Gefahr" ein. Der Reisebus sollte daher im Lauf des Tages noch einmal einer Inspektion unterzogen werden.
Besonders perfide: Die Rostlaube war für den Export nach Afrika vorgesehen. Dafür reicht die Verkehrstauglichkeit dann offenbar doch noch aus ...