Vier Jugendliche sterben: Neue Erkenntnisse zu Moped-Unfall in Brandenburg
Biesenthal - Rund drei Wochen ist der Horror-Unfall in Brandenburg inzwischen her: Vier jugendliche Moped-Fahrer verloren bei einem riskanten Überholmanöver eines Autofahrers ihr Leben. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) neue Erkenntnisse zum Fall bekanntgegeben.
Laut einem rbb-Bericht soll der 61 Jahre alte mutmaßliche Unfallverursacher nüchtern gewesen sein und zumindest keinen Alkohol im Blut gehabt haben. Das ergab der rechtsmedizinische Befund.
Ob er möglicherweise Medikamente oder Betäubungsmittel eingenommen hatte, ist dagegen noch unklar. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse stehen aus.
Viele Fragen zur Tragödie sind noch offen. Der Autofahrer selbst schweigt. Er habe sich laut Staatsanwaltschaft noch nicht zum Geschehen geäußert.
Der Horror-Unfall ereignete sich am 7. Oktober zwischen Biesenthal und Wullwinkel, als der 61-Jährige auf der Landstraße wohl gleich mehrere Autos überholen wollte. Der Wagen krachte gegen drei entgegenkommende Mopeds, überschlug sich und brannte aus.
Die Folgen des Crashs waren verheerend: Ein 14-jähriges Mädchen, zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren sowie ein 19-Jähriger starben noch an der Unfallstelle.
61-Jähriger hat keine Fahrerlaubnis mehr
Bei den drei Jugendlichen handelte es sich um die Fahrer der Mopeds, das Mädchen war lediglich als Beifahrerin unterwegs. Nur einer aus der Freundesgruppe konnte noch rechtzeitig ausweichen und überlebte unverletzt.
Der 61 Jahre alte Autofahrer hingegen wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Er wird vorerst nicht mehr fahren dürfen. Ihm wurde am Montag (26. Oktober) vom Amtsgericht Frankfurt (Oder) die Fahrerlaubnis entzogen.
Mehre Zeugen wurden bereits vernommen, weitere Befragungen stehen noch aus. Ermittelt wird in verschiedene Richtungen - unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs.
Abgeschlossen sind die Untersuchungen noch längst nicht. Die Staatsanwaltschaft wartet weiterhin auf die Obduktionsbefunde der vier Todesopfer. Auch das Unfallvermeidbarkeitsgutachten der Dekra liegt noch nicht vor.
Titelfoto: Annette Riedl/dpa

