Immer mehr Jugendliche, immer weniger Jobs: Arbeitsagentur warnt vor "Ausbildungsproblem" in Chemnitz
Chemnitz - Jahrelang suchten Unternehmen händeringend Nachwuchs, viele Ausbildungsplätze blieben unbesetzt. Nun wendet sich das Blatt: Immer mehr Jugendliche strömen auf den Arbeitsmarkt, gleichzeitig schrumpft das Angebot an Ausbildungsplätzen. Für viele Schulabgänger wird der Start ins Berufsleben damit schwieriger. Die Agentur für Arbeit in Chemnitz spricht bereits von einem "Ausbildungsproblem" - und ruft Unternehmen dazu auf, jetzt selbst auszubilden.
"Wir sehen aktuell durchaus ein Ausbildungsproblem in Chemnitz", sagt Katrin Heinze, Chefin der Arbeitsagentur Chemnitz. Der Grund: Während die Zahl der Jugendlichen auf Ausbildungssuche steigt, ziehen sich immer mehr Firmen aus der Ausbildung zurück.
"Für viele Jugendliche wird es dadurch schwieriger, einen passenden Einstieg ins Berufsleben zu finden", so Heinze.
Für Firmen kann diese Entwicklung allerdings positiv sein. Wie die Arbeitsagentur mitteilt, sei es nun wichtig, frühzeitig aktiv zu werden und den Nachwuchs selbst auszubilden. "Denn wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen", führt Heinze aus.
Aus diesem Grund bieten Arbeitsagentur und Jobcenter den Firmen an, ins Gespräch zu kommen. Über einen speziellen Service können sich die Unternehmen vorstellen - und verschiedene Fragen zum Thema Ausbildung stellen.
Zudem sei es wichtig, dass Firmen Praktikumsplätze für junge Leute anbieten. "Praktische Erfahrungen sind für viele Jugendliche ein entscheidender Schritt auf dem Weg ins Berufsleben", sagt Sylvia Hirschberg, Teamleiterin der Berufsberatung.
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Teuer-Schock durch Energiekrise: Bremst das den Ausbildungsmarkt?
Die Firmen sollen zwar laut Arbeitsagentur Ausbildungen anbieten, aber: Die wirtschaftliche Situation in Sachsen ist derzeit katastrophal.
Angefeuert durch die Energiekrise bangen immer mehr Unternehmen um ihre Existenz. Das teilte vor Kurzem die IHK mit. Sollte der Konflikt im Nahen Osten weiter anhalten, fürchten zahlreiche Firmen ernste Folgen.
Die Folge: weniger Aufträge, weniger Einnahmen und im schlimmsten Fall Jobabbau.
In diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten denken Firmen meist nicht zuerst an neue Ausbildungsplätze.
Titelfoto: Bildmontage: Oliver Berg/dpa, Kristin Schmidt
