Immer weniger Aufträge: Droht Sachsen bald der Wirtschafts-Kollaps?

Chemnitz - Es sind alarmierende Zahlen! Die sächsische Wirtschaft droht durch die aktuelle Energiekrise massiv abzuschmieren. Zahlreiche Unternehmen melden weniger Aufträge und Unterbrechungen in den Lieferketten. Hält der Iran-Konflikt an, fürchtet jede dritte Firma ernste Folgen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor.

Preise-Schock an den Zapfsäulen: Die sächsische Wirtschaft leidet massiv unter den steigenden Preisen für Kraftstoff.  © Patrick Pleul/dpa

Im ganzen Freistaat wurden dafür mehrere Unternehmen befragt. "Aus den rund 1500 Antworten geht hervor, dass die aktuellen Konflikte für die regionale Wirtschaft kein abstraktes Risiko mehr sind, sondern eine reale Belastung", teilt die IHK mit.

Das Hauptproblem sind die explodierenden Kraftstoffpreise. Diese belasten die Firmen massiv - mit dramatischen Folgen: Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen melden sinkende Aufträge oder rückläufige Nachfragen.

Kein Wunder: In Krisenzeiten halten viele Menschen ihr Geld zusammen. Größere Investitionen werden verschoben, auch bei Unternehmen - fatal für die heimische Wirtschaft. Dazu kommt: Rund 29 Prozent der Firmen berichten von Unterbrechungen oder Umwegen bei Lieferketten.

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Richtig schlecht geht's vor allem den Industrie- und Verkehrsunternehmen. Aber auch die Gastronomie und der Tourismus sind betroffen.

Knapp 36 Prozent aller befragten Unternehmen schätzen die Geschäftsrisiken bei einem anhaltenden Konflikt als hoch oder sehr hoch ein, teilt die IHK mit.

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Düstere Zeiten für die sächsische Industrie: Mehrere Firmen melden sinkende Auftragszahlen.  © Kristin Schmidt

Steuern, Energie, Sozialabgaben: Wirtschafts-Experten fordern große Reformen

Max Jankowsky von der IHK Chemnitz fordert grundlegende Reformen, um die sächsische Wirtschaft massiv zu entlasten.  © Kristin Schmidt

Die Wirtschafts-Experten warnten: Es muss dringend gehandelt werden! Zwar können kurzfristige Entlastungen, wie der Tankrabatt, den Unternehmen helfen - doch es müsse weitere, strukturelle Veränderungen geben.

"Wenn wir Betriebe in Sachsen entlasten wollen, brauchen wir Strukturreformen bei Sozialabgaben, Steuern und Energiepreisen - und keine Symbolpolitik", sagt IHK-Sprecher Max Jankowsky aus Chemnitz.

Immerhin: Die Bundesregierung tüftelt aktuell an einer großen Steuerreform. Diese soll 2027 greifen. Kleine und mittlere Einkommen könnten damit entlastet werden. Sprich: mehr Netto vom Brutto. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln dürfte das allein allerdings nicht ausreichen.

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