Junge Arbeitslose in Chemnitz stehen meist ohne Ausbildung da, knapp 300 Stellen noch unbesetzt

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Chemnitz - In den meisten Betrieben begann das neue Ausbildungsjahr am 1. August. Doch auch im September und teilweise auch im Oktober können Nachzügler noch einsteigen. Allein in Chemnitz sind derzeit noch knapp 300 Stellen zu besetzen.

In Chemnitz gibt es noch 298 offene Ausbildungsplätze. (Symbolbild)
In Chemnitz gibt es noch 298 offene Ausbildungsplätze. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa

Insgesamt wurden 1106 freie Ausbildungsstellen für 2026 gemeldet, teilte die Agentur für Arbeit auf TAG24-Nachfrage mit. Davon sind noch 298 frei. Dem gegenüber stehen insgesamt 1222 gemeldete Bewerber, von denen noch 436 als "unversorgt" gelten.

Wer dieses Jahr noch eine Ausbildung beginnen möchte, hat als Verkäufer oder im Einzelhandel die besten Chancen. In beiden Bereichen gibt es insgesamt noch knapp 100 offene Stellen.

Im Baugewerbe gibt es noch 24 offene Stellen beispielsweise für eine Ausbildung als Maler oder Lackierer. Auch wer Kfz-Mechatroniker(in) oder Verwaltungsfachangestellte(r) werden möchte, hat noch gute Chancen.

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Die genannten Ausbildungsstellen gehören laut Agentur für Arbeit auch zu den sogenannten Chancenberufen. Denn aufgrund der hohen Anzahl an Lehrstellenplätzen sind dabei die Chancen am höchsten.

Im Bereich Einzelhandel kommen auf einen Bewerber 3,24 Stellen. Bei der Ausbildung zum Maler oder Lackierer sind es zwei Lehrstellen pro Bewerber.

Ihr seid Euch noch nicht sicher? Dann informiert Euch bei interessanten Unternehmen nach einem Praktikum oder Ferienjob, um erst einmal in die Branche hineinzuschnuppern.

Gewerkschafter Herrmann macht Mut: "Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben"

Andreas Herrmann von der IG BAU Südwestsachsen.
Andreas Herrmann von der IG BAU Südwestsachsen.  © IG BAU

Ein weiteres Problem sind die vielen jungen Arbeitslosen. Laut der Arbeitsagentur fehlt bei 75 Prozent der Chemnitzer unter 25 Jahren ein Berufsabschluss. Dabei sei es laut IG-BAU-Chef Andreas Herrmann noch nicht zu spät, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Das Statistische Bundesamt belegt dies durch Zahlen: In Sachsen haben circa 78.000 junge Menschen von 20 bis 34 Jahren keinen Berufsabschluss oder einen Ausbildungsplatz. Ein Paradebeispiel hierfür sei Chemnitz: Drei Viertel aller arbeitslosen Chemnitzer unter 25 Jahren haben keinen Berufsabschluss.

Dieses Problem fällt auch immer mehr Arbeitgebern in Bewerbungsgesprächen auf. In einer aktuellen Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) für die Region Chemnitz wurde deutlich: Fast 90 Prozent aller Firmen stellen bei Schulabgängern Mängel bei der Ausbildungsreife fest.

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Besonders häufig fehle es am Arbeits- und Sozialverhalten, aber auch an der Belastbarkeit.

Laut Gewerkschafter Herrmann hängt der Erfolg am Ausbildungsmarkt auch von der persönlichen Einstellung ab: "Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen." So würden im August und September die Ausbildungen beginnen. "Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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