Chemnitz - Neue Parks, neue Kulturorte - und saftige Aufschläge beim Bauen! Das Rathaus hat jetzt den Abschlussbericht zu den Kulturhauptstadt-Bauprojekten vorgelegt. Der Kern: Mehrere Vorzeigeprojekte wurden deutlich teurer als geplant. Was bleibt an der klammen Chemnitzer Stadtkasse hängen?
Beim Karl-Schmidt-Rottluff-Landhaus stieg die Rechnung von gut zwei auf vier Millionen Euro: rund 82 Prozent mehr! Als Gründe nennt Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) höhere Baupreise, Schäden und größere Außenanlagen. Außerdem spricht Kütter von "hohem Termindruck aufgrund des Kulturhauptstadt-Status".
Der erste Bauabschnitt des Garagencampus sprang von etwa drei auf deutlich mehr als fünf Millionen Euro! Ein Plus von 71 Prozent.
In der Stadtwirtschaft kosteten Zimmererarbeiten bei Haus B statt 30.000 schließlich fast 300.000 Euro - rund das Zehnfache! Bei Haus A stiegen Rohbau und Abdichtung von rund 220.000 auf mehr als eine Million Euro. Als Gründe nennt die Verwaltung erst beim Bau erkannte Schäden und zusätzliche Arbeiten.
Trotzdem heißt es in Kütters Bericht: "Die Gesamtfinanzierung der Maßnahmen blieb gesichert."
Ursprünglich standen für die Bauprojekte etwa 30 Millionen Euro zur Verfügung. Inzwischen rechnet der Bürgermeister, einschließlich weiterer Bauabschnitte und nachlaufender Kosten, mit knapp 60 Millionen Euro.
Doch wer zahlt am Ende die Rechnung? Mussten dafür andere Vorhaben zurückstecken? Das Rathaus will sich dazu im Laufe der Woche äußern.