Chemnitz - Ein Anruf von der Polizei mit einer Warnung vor Einbrechern: Was harmlos klingt, hat sich in Chemnitz und Umgebung als hinterhältiger Telefonbetrug herausgestellt.
Die angeblichen Polizisten schlugen in Chemnitz, Lichtenau, Hartmannsdorf, Burkhardtsdorf und anderen Gemeinden in der Region zu. Bei der Chemnitzer Polizei wurden bislang zehn solcher Betrugsanrufe seit Montag angezeigt.
Die falschen Beamten warnten in den Telefonaten nicht nur vor Einbrechern im Wohnumfeld ihrer ahnungslosen Opfer, sondern erzählten den Angerufenen von gefassten Tätern und Razzien.
"Im weiteren Verlauf erkundigten sie sich beispielsweise bei den Angerufenen zu finanziellen Verhältnissen oder Wertgegenständen in den eigenen vier Wänden", berichtet ein Polizeisprecher.
Bei einem Senior in Hartmannsdorf behaupteten die Täter, dass man eine Verbrecherbande festgenommen habe, die Falschgeld in Umlauf gebracht hatte. Der Name des Mannes sei in diesem Zusammenhang auf einer Liste aufgetaucht.
Die Betrüger redeten ihrem Opfer ein, dass sein Bargeld nun auf das Falschgeld hin überprüft werden müsse. Er wurde aufgefordert, 10.000 Euro abzuheben.
Polizei rechnet mit weiteren Anrufen dieser Art
"Der Aufforderung kam er nach und übergab das Geld letztlich am Montagmittag an den vermeintlichen Polizisten", so die Polizei.
In den anderen bekanntgewordenen Fällen reagierten die Angerufenen vorsichtiger und brachen die Telefonate ab. In der Folge informierten sie die Polizei darüber. Weiterer Schaden ist offenbar nicht entstanden.
Wie die Polizei mitteilt, geht man davon aus, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren Anrufen dieser Art kommen könnte. Aus diesem Grund mahnt die Polizei zur Vorsicht vor derartigen Betrugsmaschen.
Angerufene sollten auf gar keinen Fall Auskünfte zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen geben. Am besten sollte man auflegen und die zuständige Polizeidienststelle oder den Notruf informieren.