Chemnitz - Es war ein Schock für das Café "Bober" auf dem Chemnitzer Kaßberg: Im Februar flog ein Pflasterstein und ein Brandsatz gegen das Schaufenster. Lange war unklar, wer für die Attacke verantwortlich ist. Nun konnte die Polizei einen Verdächtigen (40) festnehmen.
Die Ermittlungen dauerten Monate - am vergangenen Dienstag schlugen die Beamten schließlich zu.
75 Polizisten durchsuchten mehrere Wohnungen, unter anderem in der Beethovenstraße, der Zietenstraße sowie der Orthstraße und der Frankenberger Straße.
Dabei ging es nicht nur um den Brandanschlag auf das Café, sondern auch um mehrere Raub- und Eigentumsdelikte. "Vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen in mindestens drei Fällen des schweren Raubes beziehungsweise der schweren räuberischen Erpressung innerhalb des Drogenmilieus", so ein Polizeisprecher.
In den durchsuchten Wohnungen fanden die Beamten mehrere Hieb- und Stichwaffen, Marihuana und verschreibungspflichtige Tabletten. Dabei wurde auch der 40-jährige Mann aus Kasachstan angetroffen und verhaftet. Er soll den Brandanschlag auf das Café verübt haben.
Ebenso klickten bei einem 26-jährigen Ukrainer die Handschellen. "Die Männer befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft", teilt die Polizei mit.
Zwei Brandanschläge auf Café in Chemnitz: Hintergrund weiter unklar
Völlig unklar ist bislang, weshalb das Café "Bober" attackiert wurde. Der Inhaber hatte damals osteuropäische Konkurrenten im Verdacht, die neidisch auf den Erfolg seines Geschäfts sein könnten. Ob dieser Vorwurf tatsächlich zutrifft, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.
Brisant: Bereits kurz nach der Eröffnung des Cafés wurde das Geschäft erstmals attackiert - im August 2025 hatten Unbekannte einen Brand über ein gekipptes Fenster gelegt.
Der Inhaber ließ sich nach beiden Attacken nicht unterkriegen, er führte sein Lokal wie gewohnt weiter.