Diebe im Knast: Exponat aus Kaßberg-Gefängnis gestohlen
Chemnitz - Wie dreist ist das bitte? Diebe stahlen einen "Judenstern" aus der Ausstellung des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz.
"Im gesamten Ausstellungsbereich zur NS-Diktatur sind Manipulationsversuche erkennbar. Offenbar wurde versucht, mehrere Ausstellungsobjekte zu entwenden", teilt das Team des Kaßberg-Gefängnisses auf der Webseite mit.
Leider erfolgreich entwendeten die Diebe einen "Judenstern" samt Rahmung aus dem Ausstellungsbereich.
"Das Exponat hat nicht nur einen erinnerungskulturellen und historischen Wert, sondern vor allem eine unschätzbare persönliche Bedeutung", so das Team. Denn es ist ein Original aus dem Nachlass von Ernst Sander, der in der Zeit des Nationalsozialismus wegen seiner jüdischen Herkunft im Kaßberg-Gefängnis inhaftiert war. Die Ausstellung berichtet über sein Schicksal.
"Jedes unserer Objekte steht mindestens symbolisch für einen Leidensweg", sagt Hanka Kliese aus dem Vorstand des Trägervereins.
"Wer einen 'Judenstern' entfernt, rührt am Andenken an die Opfer der Shoah."
Kaßberg-Gefängnis will Exponat zurückhaben
Der Diebstahl wurde laut Polizei am Donnerstag angezeigt. Seitdem laufen die Ermittlungen. Wann der "Judenstern" entwendet wurde, ist unklar.
Die Polizei konnte vor Ort keine Einbruchsspuren feststellen.
Steffi Lehmann, wissenschaftliche Leiterin des Kaßberg-Gefängnisses, bittet um Unterstützung: "Wir wollen dieses wertvolle Exponat zurückbekommen."
Wer bei seinem Besuch im Kaßberg-Gefängnis etwas beobachtet hat, meldet sich am besten telefonisch bei der Polizei unter der Rufnummer 0371 5248 6880 oder per E-Mail unter [email protected].
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz (2)

