Chemnitz - Kameras im Fahrzeugmuseum? Das passt zusammen! Nicht nur, weil Rad- und Rennsport schon immer fotografiert wurden. Sondern auch, weil in Chemnitz neben Fahrrad- und Fahrzeug- ebenso Filmgeschichte geschrieben wurde. Einen ausführlichen Einblick gibt ab Samstag die Sonderausstellung "Festgehalten in Bewegung".
Dabei verbindet das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz Kamera-, Fotografie- und Fahrzeuggeschichten. "Anlass dafür ist das Jubiläum 200 Jahre Fotografie", sagt Kathy Eichholz (45) vom Museum.
Aufhänger ist ein Foto vom Fotografie-Pionier Clemens Seeber (1851-1905): "Darauf ist er mit einem fotografischen Tricycle zu sehen." Das ist ein Dreirad mit Pedalantrieb und einer drehbaren Kamera. "Eins mit ähnlicher Bauweise haben wir für die Ausstellung gefunden."
Wie Fotografie auf Rädern aussehen kann, zeigt Thomas Kretschel (59): Der Fotograf hat einen Nagetusch-Wohnwagen zu einer mobilen Dunkelkammer umgebaut. Darin entwickelt er Fotos auf Nassplatten: "Das ist das Polaroid aus dem Jahr 1851."
Die Sonderausstellung zeigt auch Fotografien von der Friedensfahrt. Highlight ist ein Sachsenring P240, der in der DDR als Fernsehübertragungswagen genutzt wurde.
Zudem ist eine Szene aus einem Steherrennen nachgebildet, wie sie in den 1950er-Jahren zu sehen war. Dazu kommen rund 50 Kameras aus der Sammlung von Pschemyslaw Nowicki, die die technische Entwicklung der letzten 100 Jahre zeigen.
Guido Seeber drehte den ersten deutschen Trickfilm
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen, aus fotografischer Sicht, Clemens (1851-1905) und Guido Seeber (1879-1940). Ab 1898 drehten Vater und Sohn gemeinsam Filme und zeigten sie in Chemnitz.
Später begründete Guido Seeber die Filmstadt Babelsberg. Er gilt als Filmpionier, da er unter anderem den ersten deutschen Trickfilm gedreht hat. Darüber hinaus erfand er Kameras und Filmtechniken.
Am 6. November findet im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz um 18.30 Uhr der Vortrag "Ein Leben für den Film" über die Seebers statt.