Chemnitz - Die Friedensfahrt war bis zur Wende ein Event für Radfans und -sportler. Die Fahrer wurden auf ihren Etappen von einem Übertragungswagen begleitet, damit unmittelbar vom Renngeschehen berichtet werden kann. Das Auto holt das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz für eine Sonderausstellung in die Stadt. Allerdings fehlt noch die Technik ...
Die Sonderausstellung "Festgehalten in Bewegung" (ab 26. September) beschäftigt sich mit historischen Kameras, Film- und Foto-Entwicklung sowie Fotografien aus dem Rennsportbereich. Dazu gehört auch die Friedensfahrt.
Für die Ausstellung bekommt das Museum einen Sachsenring P240 Kombi geliehen, der das Radrennen als Übertragungswagen begleitete.
"Die Kombis wurden in Handarbeit gebaut und ab Werk auf Reportagen ausgerichtet", erklärt Museumsvorsitzender Ludwig Karsch (52). Dafür gab es eine Spezialausstattung mit Faltdach, Haltegriff und einem Sitz zum Umklappen. "So konnte sich der Reporter hinstellen und erzählen, was er sieht."
Das Museum sucht nun die historische Sende- und Übertragungstechnik. Diese wurde im VEB Funkwerk Dresden produziert.
Mit den Geräten wurde das Sendesignal für UKW vom Auto an ein Flugzeug in der Nähe gesendet. Das wiederum leitete das Signal ans Funkhaus. Von dort ging das UKW-Signal dann an jedes Radio.
"Allerdings wurde von der Technik wenig hergestellt, relativ wenig eingesetzt und entsprechend ist wenig übrig geblieben", sagt Museumsmitarbeiterin Kathy Eichholz (45). Wer dennoch Übertragungstechnik bei sich zu Hause hat, kann sich beim Museum melden.