Die einzige Mentorin in Sachsen: Bei dieser Chemnitzerin ist Harfe-Spielen kinderleicht
Chemnitz - Dieses Instrument sieht wie eine Zither aus, klingt barock und jeder kann es spielen. Genau das reizt Romy Buchmann (45) an der "Veeh-Harfe". Was sie an dem ungewöhnlichen Instrument fasziniert, möchte die Chemnitzerin auch anderen Menschen ermöglichen.
Deshalb ist Buchmann seit März Sachsens einzige "Veeh-Harfen"-Mentorin. Dafür hat sie sich in Gülchsheim ausbilden lassen. In dieser beschaulichen fränkischen Gemeinde hat Landwirt Hermann Veeh das Instrument für seinen Sohn, der mit Trisomie 21 geboren wurde, entwickelt. Orientiert an den Fähigkeiten seines Sohnes konzipierte der Vater ein neues Musikinstrument, das einfach zu handhaben ist.
Die "Veeh-Harfe" hat, je nach Größe, 18, 25 oder 37 Stahlsaiten. Dahinter wird eine Notenschablone geschoben. Diese wird von unten nach oben gelesen und zeigt anhand von Punkten an, welche Saite gezupft wird. Die Punktgröße zeigt den Notenwert an. So entstehen ohne musikalische Vorkenntnisse schnell Melodien.
Denn: "Normale Notenschrift kann zu schwer für Menschen mit einer geistigen Behinderung sein", erklärt Buchmann. "Die Punktnoten sind nicht so kompliziert wie andere Notenschriften."
Buchmann wurde durch ein Video im Internet auf das Instrument aufmerksam. "Ich finde die 'Veeh-Harfe' total cool. Ältere können musizieren. Für Kinder ist es leicht, dranzubleiben."
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Instrument kann mit Fingern oder Hilfsmitteln gespielt werden
Die Saiten können mit den Fingern oder Hilfsmitteln gezupft werden. Musikalisch kann alles auf der "Veeh-Harfe" gespielt werden: Volkslieder, Klassik, Schlager. Letztere kommen bei Besuchen im Altersheim gut an: "Auch demente Senioren erkennen die Melodien sofort wieder."
Buchmann bietet Einzel- und Gruppenunterricht im "FreiSpiel" Chemnitz an. Zudem unterrichtet die Musikschule "Goldenes Lamm" in Dresden und die Musikschule Johanngeorgenstadt die "Veeh-Harfe".
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)
