Chemnitz - Zu klein für den Zuschuss? Chemnitz will kleinen Sportvereinen ab 2027 neue Förderhürden vor die Füße stellen. Am Mittwoch hat der Sportausschuss des Stadtrates die Pläne von Bürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (67, parteilos) auf der Tagesordnung.
"Ein Verein muss im Förderjahr mindestens 25 Mitglieder haben", heißt es in Ruscheinskys Vorlage. Dazu kommen mindestens zwei Jahre im Vereinsregister. Für Zuschüsse sollen mindestens zehn Prozent der Mitglieder unter 26 sein.
Vorgesehen sind beispielsweise jährlich bis zu 15 Euro je jungem Mitglied und 100 Euro je lizenziertem Übungsleiter. Die Vereinspauschale (200 bis 750 Euro) bleibt von der Nachwuchsquote ausgenommen, beginnt aber erst bei 50 Mitgliedern.
Alle Beträge hängen von der Haushaltslage ab. Ruscheinsky will damit auch anregen, "dass sich Vereine oder Abteilungen einzelner Vereine zusammenschließen und ihre Kräfte bündeln".
Der Stadtsportbund trägt die Richtung mit. Geschäftsführer Daniel Fugmann (47): Die Pläne "sollen stabile Vereinsstrukturen stärken und die Nachwuchsarbeit fördern."
Für kleine Vereine könnte es schwierig werden
Für kleine Vereine und solche mit überwiegend älteren Mitgliedern könnte es schwierig werden. Fugmann betont: "Fusionen sind deshalb nicht für jeden Verein die passende Lösung." Mehrere möglicherweise betroffene Vereine ließen TAG24-Anfragen jedoch unbeantwortet.
Zusätzlich soll der Stadtsportbund für die mobile Sportjugendarbeit jährlich rund 8000 Euro Personalkosten selbst übernehmen. In Ruscheinskys Vorlage heißt es: "In Anbetracht der Haushaltslage der Stadt Chemnitz ist eine 100-prozentige Förderung nicht mehr darstellbar."
Noch könne der Verband Eigenanteile erwirtschaften, erklärt Fugmann.
Doch er warnt: "Gehen diese Strukturen verloren, kann das den organisierten Sport um Jahre zurückwerfen."