Abwasser-Streit eskaliert: Sächsische Stadt will Haus zwangsversteigern!

Limbach-Oberfrohna - Ein Streit ums Abwasser eskaliert im Limbacher Ortsteil Rußdorf. Weil Heiko Schnabel (59) Schulden bei Stadt und Abwasserzweckverband angehäuft hat, drohen ihm beide mit der Zwangsversteigerung seines Häuschens in der Waldenburger Straße.

Hier öffnet Heiko Schnabel (59) die Abdeckung zur Abwassergrube auf seinem Grundstück.
Hier öffnet Heiko Schnabel (59) die Abdeckung zur Abwassergrube auf seinem Grundstück.  © Kristin Schmidt

1986 zog Schnabel in das Haus. Er erklärt: "Ich hatte eine Klärgrube mit Abfluss. 2015 kam die Vorschrift, meine Grube mit vollbiologischer Klärung zu versehen." Zu teuer. Er schloss den Abfluss, lässt die Grube vom Abwasserzweckverband entleeren.

Der Bürger gibt zu, dass er sich öfter weigerte, die Entleerung zu bezahlen, "weil die Grube nicht voll war". Es folgten Zwangsgelder, die Heiko Schnabel nicht zahlen wollte oder konnte.

Aus Protest stellte der Anwohner die Zahlung der Grundsteuer an die Stadt 2017 ein. So häufte er nach eigenen Angaben 10.000 Euro Schulden an. Die Zwangsversteigerung des Hauses steht seit 2017 im Raum. "Ich muss täglich mit Räumung rechnen."

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Zum Anschluss an die nur 60 Meter entfernte Kanalisation verweigerte eine Nachbarin ihre Zustimmung für eine Leitung über ihr Grundstück. Schnabel schlug die Seniorin 2016 mit einer Holzlatte nieder, bekam dafür vom Gericht eine Haftstrafe auf Bewährung. Das bestreitet er nicht.

Die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Frohnbach auf der Limbacher Straße.
Die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Frohnbach auf der Limbacher Straße.  © Kristin Schmidt
Das Haus von Heiko Schnabel an der Waldenburger Straße soll zwangsversteigert werden.
Das Haus von Heiko Schnabel an der Waldenburger Straße soll zwangsversteigert werden.  © Kristin Schmidt

Heiko Schnabel hat kein Geld

Aber bezahlen könne er weder seine Schulden noch eine biologische Klärgrube - er beziehe nur eine Mindestrente. "Was soll ich tun, wenn ich kein Geld habe?"

Während sich die Stadt Limbach-Oberfrohna "aus Gründen des Datenschutzes" nicht äußern möchte, bestätigt Ingolf Ritter (61) vom Abwasserzweckverband Frohnbach den Ablauf.

Seine Justitiarin, die nicht genannt werden will, sagte auf TAG24-Anfrage: "Der Kunde weiß, wie er die Zwangsversteigerung vermeiden kann - durch Zahlung."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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