Chemnitz - Blutkonserven werden gerade zum raren Gut, auch das Klinikum Chemnitz spürt die angespannte Versorgungslage. Vergangene Woche fehlten bereits Konserven der Blutgruppe 0. Von den derzeit rund 350 gelagerten Konserven ist die Hälfte bereits reserviert. Der Wochenbedarf liegt bei etwa 290.
Um die Versorgung sicherzustellen, ist das Klinikum auf regelmäßige Nachlieferungen des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost angewiesen. Doch auch dort schrumpfen die Vorräte.
Statt der angestrebten vier bis fünf Tage reichen sie derzeit nur für 2,6 Tage. Gründe sind die Herbstferien und eine ungewöhnlich frühe Erkältungswelle.
"In den vergangenen drei bis vier Wochen hatten wir jede Woche rund zehn Prozent weniger Entnahmen, als nötig gewesen wären", erklärt Kerstin Schweiger (62) vom DRK.
Zwar kann das DRK Blutpräparate aus anderen Regionen liefern, doch auch dort ist die Lage angespannt. Hinzu kommt die kurze Haltbarkeit: Blutplättchen sind nur vier Tage, rote Blutkörperchen maximal vier Wochen verwendbar.
Umso dringender werden Spender gesucht - etwa im Blut- und Plasmaspendezentrum in der Sachsen-Allee.
"Die Verfügbarkeit einzelner Blutgruppen ist aktuell kritisch. Deshalb brauchen wir jetzt Ihre Unterstützung!", appelliert Michael Pflug vom DRK-Blutspendedienst in Chemnitz.