Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung: Cannabis-Club öffnet ab Montag in Chemnitzer Wohnhaus
Chemnitz - Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung öffnet am Montag der CSC Sachsen seine Ausgabestelle für Cannabis auf dem Kaßberg in Chemnitz. In der Franz-Mehring-Straße, mitten im Wohngebiet, im Erdgeschoss eines Mietshauses! Jetzt sollen die ersten Blüten über den Tresen gehen.
Vereins-Chef Benjamin Löwe (42) ist voller Vorfreude: "Die stressige Zeit haben wir hinter uns", sagt er. Die Lizenz erhielt der Club am 2. Juli, elf Tage später begann der Anbau. Von zwölf Sorten sind acht zum Start verfügbar.
Es ist die mittlerweile vierte Ausgabestelle insgesamt in Chemnitz. Doch der Standort sorgte für Aufregung. Anwohner fürchteten, dass vor ihrer Haustür gekifft wird, sich Menschentrauben bilden und Cannabis-Geruch in die Wohnungen zieht.
Löwe beruhigt: "Die meisten dachten, hier wird so ein typisches Kiffercafé." Tatsächlich herrscht Konsumverbot - auch im Umkreis von 100 Metern für die Mitglieder. "Herkommen, abholen, wieder gehen."
Neugierige Blicke sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Schaufenster sind vollständig blickdicht abgeklebt. Eine behördliche Vorgabe.
Cannabis nur mit Vorbestellung: Spontaner "Gras"-Kauf ausgeschlossen
Und wie verhindert der Club lange Schlangen? Durch Vorbestellung: Die aktuell 69 Mitglieder müssen über eine App Sorten, Mengen und Abholtermine buchen.
Spontaner "Gras"-Kauf ist ausgeschlossen. "Wenn die voll sind, sind die voll", erklärt Löwe zu den begrenzten Terminen. So sollen sich keine Menschentrauben bilden. Auch die Transporte müssen bei den Behörden angemeldet werden.
Am Montag öffnet die Ausgabe von 11 bis 13 und von 18.30 bis 20 Uhr. Cannabis gibt es nur für Mitglieder ab 21 Jahren. Die Aufnahme kostet einmalig 25 Euro, dazu kommen 5 Euro monatlich. Die Blüten kosten je nach Sorte und Menge ab 5 Euro pro Gramm.
Bis Montag müssen noch Wirkstoffgehalte getestet, Bestellungen verpackt und Regale aufgestellt werden. Wo der Verein seine Pflanzen anbaut, bleibt aus Sicherheitsgründen geheim. Ein zweiter, größerer Anbaustandort über zwei Etagen sei bereits bei den Behörden beantragt, so Löwe.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

