Chemnitz - Von allen deutschen Städten ist Chemnitz die Crystal-Meth-Hochburg - und das bereits seit Jahren. Während das Rathaus vermutet, dass hinter den hohen Zahlen auch die geografische Nähe zu anderen Ländern steckt, denkt das Klinikum über eine Aufstockung seiner Kapazitäten nach.
Die Zahlen der EU-Drogenagentur EUDA sind nach Messung des Abwassers eindeutig: Chemnitz hat für das Jahr 2025 pro 1000 Einwohner eine durchschnittliche Konzentration von 381 Milligramm pro Tag - das ist bundesweiter Rekord.
Seit Jahren sind die Messergebnisse ansteigend: 2023 lag der Wert noch bei 346 Milligramm, 2024 stieg er auf 362. Auf Platz 2 und 3 landeten für 2025 jeweils Erfurt und Dresden.
Laut EUDA ist der Crystal-Konsum vor allem in Tschechien und der Slowakei sehr hoch - was laut Rathaus auch einer der Gründe ist, warum die Konzentration in Chemnitz steigt:
Weil "die drei deutschen Städte mit den höchsten Werten von Methamphetaminen gerade die sind, die sich im grenznahen Raum zu Tschechien, Polen und der Slowakei befinden", so das Gesundheitsamt.
Mehr als ein Drittel aller behandelten psychiatrischen Patienten hat eine Suchtdiagnose
Doch nicht nur im Abwasser macht sich die hohe Crystal-Konzentration bemerkbar, sondern auch im Klinikum: "Mehr als ein Drittel aller in unserer Klinik behandelten psychiatrischen Patienten hat eine Suchtdiagnose", so Chefarzt Dr. Thomas Barth (62) von der Klinik für Psychiatrie, Verhaltensmedizin und Psychosomatik.
Wobei vorrangig "Mischkonsumenten" behandelt werden, die Alkohol, Cannabis und Crystal konsumieren.
Die Suchtstation des Klinikums verfügt derzeit über 19 Betten. Das Problem dabei: Durch mangelndes Personal "insbesondere in Suchtberatungen und bei Fachärzten" kommt es aktuell zu längeren Wartezeiten (drei bis sechs Wochen) oder gar zu Aufnahmestopps.
Daher laufen laut Barth Gespräche über die Erhöhung der Bettenanzahl.