Chemnitz - Nach den Spätsommertagen hält das kalte Herbstwetter an diesem Wochenende endgültig Einzug in Chemnitz. Die Temperaturen sinken, die Erkältungszeit beginnt. Auch bundesweit zeigen die aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) eine allmählich steigende Corona-Aktivität. Droht Chemnitz jetzt eine Infektionswelle?
Seit Anfang September hat das Gesundheitsamt 36 meldepflichtige Erregermeldungen für akute Atemwegsinfektionen erhalten, teilt das Rathaus auf TAG24-Nachfrage mit.
Darunter waren 18 Nachweise von Parainfluenzaviren (HPIV, grippeähnliche Symptome), fünf von Covid-19 (Corona), fünf von Parapertussis (einer Keuchhusten-ähnlichen Erkrankung), vier von Influenzaviren (Grippe) sowie jeweils zwei von Keuchhusten und RSV.
"Aktuell wird noch kein wesentlicher Anstieg von Infektionszahlen beobachtet", erklärt Amtsärztin Hildegard Geisler (59). Auch in den vergangenen Monaten habe es Atemwegsinfektionen in vergleichbarer Größenordnung gegeben.
Betroffen seien alle Altersgruppen. Auffällige Häufungen gebe es nicht. Allerdings bilden die Zahlen nicht sämtliche Erkältungen ab: Rhinoviren, die häufig Schnupfen auslösen, sind nicht meldepflichtig.
Wie sieht die Lage am Klinikum Chemnitz aus? "Wir beobachten aktuell leichtgradig ansteigende Zahlen bei Covid-19", so eine Klinikums-Sprecherin. Stand 6. Oktober wurden auf einer Normalstation zwei Patienten mit Covid-19 (derzeit die Omikron-Subvariante XFG) behandelt.
Zugleich registriert das Klinikum im ambulanten Bereich mehr Atemwegserkrankungen. Konkrete Prognosen zur weiteren Entwicklung der Infektionszahlen seien derzeit nicht möglich.
Was hilft gegen Ansteckung? Das Gesundheitsamt empfiehlt, bei Atemwegssymptomen drei bis fünf Tage zu Hause zu bleiben und Kontakte zu Risikogruppen zu vermeiden. Regelmäßiges Lüften und Masken können zusätzlich schützen.
Auch die empfohlenen Impfungen gegen Grippe, Covid-19 und RSV seien wichtig.