Dank Solarstrom: Hier wird in Chemnitz künftig mit Infrarot geheizt
Chemnitz - Nur ein Jahr hat der rund zwei Millionen Euro teure Umbau des Plattenbaus "Haus Sonne" von 1974 in der Irkutsker Straße 161 in Chemnitz gedauert. Aus ehemals 30 Wohneinheiten sind zehn moderne Drei- und Vier-Raum-Wohnungen mit je 80 bis 100 Quadratmetern entstanden. Gleichzeitig erreicht das Gebäude nun die Energieeffizienzklasse A Plus.
Eine rund 400 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach und an den Balkonen erzeugt Strom, ein Speicher stellt ihn auch an sonnenarmen Tagen bereit.
Mehr als die Hälfte des Energiebedarfs deckt das Gebäude selbst. Vom Fernwärmenetz ist es vollständig abgekoppelt. Erstmals wird ein Chemnitzer Plattenbau mit einer Infrarotheizung beheizt.
Für die Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz West eG (WCW) ist das Projekt das erste dieser Art. "Unser Gedanke ist es, die Platte neu zu erfinden", sagt Vorstandsmitglied Elvira Gallas (50). Wegen des Überangebots an Wohnungen wolle sich die Genossenschaft mit neuen Wohnangeboten abheben.
Abgerissen wurde das Gebäude bewusst nicht, stattdessen teilweise zurückgebaut: In der Mitte entfernten die Planer rund ein halbes Gebäude, ohne das Dach zu öffnen, und schufen so zusätzlichen Wohnraum.
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Die Kaltmiete beträgt 8,75 Euro pro Quadratmeter. Mit der für vier Jahre festgeschriebenen Betriebskostenpauschale inklusive Haushaltsstrom sind es im Schnitt 12,75 Euro. Neun der zehn Wohnungen sind bereits vermietet. Seit August ziehen die neuen Bewohner ein.
Titelfoto: Sven Gleisberg
