Chemnitz - Nach 16 Jahren voller warmer Sommerabende, kühler Drinks und Urlaubsgefühl mitten in der Chemnitzer City endet eine Ära. Am "Uferstrand" an der Falkestraße ist der Sommer für immer vorbei: Der Pachtvertrag zwischen Stadt und Henrik Bonesky (48) läuft zum Jahresende aus.
Vor Ort herrscht Tristesse: Das Gras steht hoch, die Holzmöbel sind verwittert und teilweise kaputt, im Sand wächst Unkraut. Vom einstigen Sommer-Hotspot mit Happy Hour, Karaoke und Partys ist nicht mehr viel übrig.
So schnell dürfte sich daran auch nichts ändern: "Der Vertrag wurde einvernehmlich nicht verlängert", heißt es von der Stadtverwaltung auf Nachfrage. Einen potenziellen neuen Pächter gebe es bislang nicht.
Ganz überraschend kommt das Aus nicht: Der Betrieb am "Uferstrand" wurde schon in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgefahren. Zuletzt fanden dort fast nur noch Firmenfeiern statt.
2023 hatten Inhaber Bonesky und Gastro-Chef Marcel Kummers (38) wegen einer Baustelle vor der Haustür mit schwindenden Einnahmen zu kämpfen. Die Stadt hatte die Maßnahme erst kurz vor Baustart angekündigt, als die Mietvertrag-Verlängerung längst in Sack und Tüten war. Bonesky machte seinem Ärger damals gegenüber TAG24 Luft: "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich bestimmt nicht verlängert."
Trotz der Schwierigkeiten ging es 2024 weiter: Mit frisch gestrichenen Möbeln und einer Vier-Tage-Woche startete der "Uferstrand" in den Sommer. Ins umgestaltete Gastro-Häuschen zog Amir Einali mit seinem Restaurant "Superheldenburger" ein.
Doch auch dort ist aktuell Pause. Auf der Webseite des Lokals heißt es offiziell, dass die Betreiber Familienzuwachs bekommen:
"Deshalb nehmen wir uns eine Auszeit und bleiben auf unbestimmte Zeit geschlossen." Ob die Schließung zudem mit der möglichen Suche nach einem neuen Standort zusammenhängt, ließ das Restaurant unbeantwortet.
Auch Henrik Bonesky möchte sich auf TAG24-Nachfrage nicht zur Thematik äußern. Was nun aus dem Gelände ab dem kommenden Jahr wird, bleibt ebenfalls offen: "Die Prüfung der Nutzungsmöglichkeiten ist noch nicht abgeschlossen", erklärt die Stadt.