Chemnitz - Chemnitz wird immer älter - genau dieser Umstand könnte beim Thema Wohnen ein riesiges Problem werden. Experten warnen: In der Stadt gibt es nicht genügend altersgerechte Wohnungen!
Von den knapp 151.500 Wohnungen in Chemnitz sind nur rund 6300 so gebaut, dass Rentner darin ideal wohnen könnten. Das geht aus einer Untersuchung des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) hervor.
Spätestens wenn Bewohner auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, wird es problematisch. Nur rund vier Prozent der Wohnungen seien dafür geeignet, sagt Institut-Chef Matthias Günther.
"23 Prozent aller Hausflure in Chemnitz sind nicht breit genug, um mit dem Rollstuhl wirklich gut durchzukommen. Das betrifft immerhin rund 20.400 Wohnungen", warnt der Experte. Oftmals seien auch schon die Haustüren zu schmal.
Im Fokus der Untersuchung stand die "Alterstauglichkeit" der Wohnungen. "Gerade die ist auch für Chemnitz wichtig: Immerhin gehen hier in den nächsten zehn Jahren rund 32.600 Menschen in Rente – die Baby-Boomer nämlich", erklärt Katharina Metzger vom BDB.
Aus diesem Grund müssten so schnell wie möglich mehr Seniorenwohnungen in Chemnitz gebaut werden. Aber auch bestehende Wohnungen müssten seniorengerechter werden.
Vor allem das Badezimmer steht dabei im Fokus. Eine bodengleiche Dusche sei das A-und-O-Kriterium für altersgerechtes Wohnen. "Die gibt es aktuell nur in rund 19.400 Wohnungen in Chemnitz", sagt Günther.
Institut fordert: Bund muss Milliarden für altersgerechtes Wohnen bereitstellen
Laut dem Institut sei eine "Senioren-Umbau-Offensive" dringend notwendig. Dazu muss allerdings Geld fließen - viel Geld. Der Bund müsse einen Großteil der Umbaukosten übernehmen, sagen die Experten.
Zwar gibt es schon eine staatliche Unterstützung von zehn Prozent beim Bad-Umbau, doch das "reicht auf keinen Fall, um eine effektive Umbauwelle fürs Seniorenwohnen in Deutschland loszutreten", sagt Institutsleiter Matthias Günther.
Das Institut fordert daher einen "milliardenschweren Zuschuss". Nur: Die finanzielle Lage auf Bundesebene ist angespannt. Ob für eine solche Senioren-Offensive tatsächlich genug Geld vorhanden ist, bleibt offen.