Gestochen scharfe "Street View"-Aufnahmen: Google zeigt neue Fotos von Chemnitz

Chemnitz - Auch für Chemnitzer gibt's jetzt den Online-Spaziergang: Seit wenigen Tagen kann man fast das gesamte Straßennetz der Stadt via Google Street View, einem Angebot des Kartendienstes "Maps", als virtueller Fußgänger erkunden.

Familie Lehmann vor ihrem Haus am Stadtrand von Chemnitz.
Familie Lehmann vor ihrem Haus am Stadtrand von Chemnitz.  © Kristin Schmidt

Als Google Street View 2009 erstmals veröffentlicht wurde, sorgte dies für großen Wirbel in Deutschland. Viele Menschen erhoben Einspruch, wollten nicht, dass man sie oder ihr Haus öffentlich sehen konnte - auch in Chemnitz.

Google entschied sich damals, keine neuen Bilder auf Street View in Deutschland zu veröffentlichen. Erst 14 Jahre später kommt nun die überfällige Aktualisierung: Die neuen Aufnahmen des Chemnitzer Straßennetzes hatte Google mit speziellen Kamera-Autos im April 2022 aufnehmen lassen.

Überraschend ist die hohe Auflösung der Bilder. Sie bieten nun eine deutlich höhere Detailtiefe. Persönliche Merkmale wie Gesichter oder Kfz-Kennzeichen wurden vorab automatisiert unkenntlich gemacht.

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Auch das Haus der Familie Lehmann aus Adelsberg ist auf Google Street View zu finden. "Wir haben an sich nichts dagegen, dass unser Haus zu sehen ist. Aber unsere Nachbarn hatten schon Probleme mit Einbrechern. Und Street View erleichtert das Ausspähen, ob es sich um ein altes oder modernes Haus handelt", befürchtet die Familie.

Ein Screenshot von Google Street View zeigt hochauflösende Bilder. Sie sind im April 2022 entstanden.
Ein Screenshot von Google Street View zeigt hochauflösende Bilder. Sie sind im April 2022 entstanden.  © Screenshot Google Street View
Film- und Vermessungsfahrzeuge von Google Maps waren auch in den vergangenen Wochen in Sachsen unterwegs. (Symbolfoto)
Film- und Vermessungsfahrzeuge von Google Maps waren auch in den vergangenen Wochen in Sachsen unterwegs. (Symbolfoto)  © Sven Gleisberg

Auch andere Anwohner sehen die digitalen Möglichkeiten mit gemischten Gefühlen. Wer auch dieses Mal erwirken möchte, dass sein Haus nicht mehr in dem Kartendienst zu sehen ist, kann der Veröffentlichung bei Google widersprechen.

Titelfoto: Sven Gleisberg, Screenshot

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