Jeder dritte Pfleger im Chemnitzer Klinikum war krank: Nach Viruswelle jetzt entspanntere Situation

Chemnitz - Die Krankheitswelle, die über Deutschland rollte, machte auch vor dem Chemnitzer Klinikum nicht Halt. Zum Jahresende war die Lage schwierig - sowohl personell als auch auf den Intensivstationen. Nun hofft das Krankenhaus auf eine langsame Entspannung der Lage.

Das Klinikpersonal hatte zum Jahresende mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen. (Symbolbild)
Das Klinikpersonal hatte zum Jahresende mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen. (Symbolbild)  © dpa/Daniel Bockwoldt

Grippe, RS-Viruserkrankungen, Corona: Im Dezember kämpfte das Klinikum sowohl auf den Stationen als auch beim eigenen Personal mit hohen Krankenständen.

Zwischenzeitlich waren 75 von 78 Intensivbetten belegt, auf der Kinderintensivstation waren es 17 von 18, wie Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (63, parteilos) erklärte. Verschärft wurde die Lage dadurch, dass ein Drittel des Pflegepersonals ausgefallen war.

Dr. Thomas Grünewald (58), Leiter der Klinik für Infektionsmedizin: "Bei allen respiratorischen Erkrankungen (Atemwegserkrankungen; Anm. d. Red.) ist zunächst ein Plateau erreicht und es zeichnet sich eine Entspannung ab."

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Laut einer Sprecherin hatte das Klinikum Anfang der Woche 101 Corona-Patienten (fünf auf den Intensivstationen), 29 Menschen mit RSV-Infektionen (ITS: drei) sowie 57 Grippeerkrankte (ITS: sieben). Auch der Krankenstand bei Ärzten und Pflegern sei rückläufig.

Infektiologe Dr. Thomas Grünewald (58) sieht ein Abflachen der Atemwegserkrankungen.
Infektiologe Dr. Thomas Grünewald (58) sieht ein Abflachen der Atemwegserkrankungen.  © PR
Frank Müller-Rosentritt (40, FDP) fordert mehr Klinik-Personal, um Engpässen vorzubeugen.
Frank Müller-Rosentritt (40, FDP) fordert mehr Klinik-Personal, um Engpässen vorzubeugen.  © Kristin Schmidt

Um Engpässe zu vermeiden, plädiert FDP-Politiker Frank Müller-Rosentritt (40) für mehr Mitarbeiter: "Dafür muss qualifiziertes Personal aber auch Bock haben, nach Chemnitz zu ziehen, damit wir den Bedarf an Fachkräften langfristig decken können." Dazu brauche es einen deutlichen "Ruck" im Stadtmarketing.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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