KuHa zu Ende, Kunst ade? Künstler Fischer-Art droht GGG mit Klage

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Chemnitz - Diese Sanierung könnte die GGG teuer zu stehen kommen: In Chemnitz-Markersdorf verschwindet die bunte Fassade des "Fischer-Hauses" in der Alfred-Neubert-Straße hinter Dämmplatten. Michael Fischer-Art (57), der die Fläche 2010 gestaltete, will deshalb juristisch gegen das städtische Wohnungsunternehmen vorgehen.

Im Kulturhauptstadtjahr bemalte Michael Fischer-Art (57) im Rosenhof eine Fassade neu.
Im Kulturhauptstadtjahr bemalte Michael Fischer-Art (57) im Rosenhof eine Fassade neu.  © Maik Börner

Der Leipziger Künstler ist stocksauer: "So eine Ignoranz habe ich bei weltweit über 100 Projekten mit Kunst am Bau noch nicht erlebt. Kaum ist die Kulturhauptstadt zu Ende, wird Kunst einfach vernichtet."

Dabei gibt es eine Vereinbarung mit der GGG, die dem flächenmäßig größten Kunstwerk der Stadt Bestandsschutz verschaffen sollte. "Ich bin der GGG damals sehr entgegengekommen, weil mir das Bild als Vorzeigeobjekt wichtig war", so Fischer-Art. "Durch den schwierigen Untergrund wurde viel mehr Farbe und Zeit gebraucht. Die Abmachung war: 20.000 Euro Preisnachlass und die Garantie, dass das Bild mindestens 35 Jahre hält. Sollte das Haus vor dieser Zeit abgerissen werden oder das Bild anderweitig wegkommen, wird die Summe fällig."

Schriftlich festgehalten wurde die Vereinbarung, die TAG24 vorliegt, am 21. Oktober 2010. Demnach hätte die beliebte bunte Fassade bis mindestens 2045 erhalten bleiben sollen. Die Sanierungspläne kamen dazwischen.

Die bunten Motive verschwanden kürzlich hinter Dämmplatten.
Die bunten Motive verschwanden kürzlich hinter Dämmplatten.  © Uwe Meinhold
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Die 650 Quadratmeter große Giebelwand des Elfgeschossers war seit 2010 ein beliebtes Kunstwerk.
Die 650 Quadratmeter große Giebelwand des Elfgeschossers war seit 2010 ein beliebtes Kunstwerk.  © frank schneider
GGG-Sprecher Erik Escher (44).
GGG-Sprecher Erik Escher (44).  © Kristin Schmidt

Das sagt die GGG

"Vor zwei Jahren forderte die GGG von mir drei Entwürfe an, um die Fassade nach einer Sanierung neu bemalen zu lassen. In dem Fall hätte ich auf die 20.000 Euro verzichtet", so Fischer-Art. "Jetzt werde ich sie in Rechnung stellen und wenn nötig einklagen."

Die GGG gibt sich wortkarg. "Wir äußern uns zu Geschäftsbeziehungen mit Dritten grundsätzlich nicht", teilte Sprecher Erik Escher (44) auf Nachfrage mit.

Titelfoto: Bildmontage: Frank Schneider, Maik Börner

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