Lehrerstreik in Sachsen: Heute Zwickau, morgen im Raum Chemnitz

Chemnitz/Zwickau - Rund 300 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstrierten am Montagvormittag in Zwickau. Am Dienstag gehen die angestellten Lehrkräfte in Chemnitz, Landkreis Mittelsachsen und Erzgebirge ganztägig in den Warnstreik.

Am vergangenen Freitag haben Dresdens Lehrer auf dem Postplatz gestreikt.  © Eric Münch

Trotz Neuschnee und bitterer Kälte folgten die Lehrkräfte dem Aufruf des "dbb beamtenbund und tarifunion", der Spitzengewerkschaft des Sächsischen Lehrerverbandes.

Dabei richtet sich der Streik gegen das Ausbleiben konkreter Zusagen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in den laufenden Tarifverhandlungen.

Steigende Arbeitsbelastung, zunehmende Personalengpässe und hohe Verantwortung auf der einen Seite, keine Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber auf der anderen Seite sorgt für großen Frust bei den Angestellten.

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Gefordert werden unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt, jedoch mindestens 300 Euro pro Monat mehr, sowie bessere Arbeitsbedingungen.

Die Warnstreiks finden regional gestaffelt statt. Den Auftakt bildeten die Lehrkräfte in der Region Leipzig am 21. Januar und in Dresden am 23. Januar. Nach Zwickau folgen am morgigen Dienstag Chemnitz und Bautzen.

Der finale Warnstreik findet am Donnerstag in Dresden, um 11 Uhr, auf dem Carolaplatz und in Leipzig, um 10 Uhr, auf dem Richard-Wagner-Platz statt. Dazu sind alle sächsische Lehrkräfte aufgerufen.

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Kein verhandlungsfähiges Angebot von Seiten der Arbeitgeber

Gefordert werden unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

Die Gewerkschaften wollen mit dem derzeitigen Streik den Druck vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde am 11. Februar erhöhen. Bislang liegt von der Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiges Angebot vor.

Am Dienstag gehen die angestellten Lehrkräfte in Chemnitz, Landkreis Mittelsachsen und Erzgebirge ganztägig in den Warnstreik. Die zentrale Kundgebung am Theaterplatz beginnt um 11 Uhr und soll bis 13 Uhr andauern.

Clemens Arndt vom LaSuB erklärt auf TAG24-Nachfrage: "Die Schulen bleiben geöffnet, es kann jedoch zu Beeinträchtigungen im Tagesablauf kommen, einzelne Unterrichtsstunden könnten ausfallen." An jeder Schule soll, wenn nötig, eine Notbetreuung angeboten werden.

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Insgesamt sind in der Region rund 6700 Lehrkräfte beschäftigt, davon sind etwa 4200 Angestellte. Wie viele genau streiken, sei schwer einzuschätzen - Erfahrungen zeigen aber, dass nicht alle mitmachen.

Damit alles reibungslos läuft, sollten Eltern unbedingt die Hinweise ihrer Schule im Auge behalten.

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