Nach Abriss von Fußgängerbrücke: Chemnitz arbeitet an barrierefreier Alternativroute
Chemnitz - Die Fuß- und Radbrücke an der Hainstraße in Chemnitz ist Geschichte! Ende Oktober wurde das marode Bauwerk trotz heftigen Protests der Anwohner ersatzlos abgerissen. Nun arbeitet die Stadt an einer barrierefreien Alternativroute. Wenn alles klappt, könnte diese im Sommer 2027 fertig sein.
Jahrelang war die Brücke über den Bahnschienen für Anwohner eine wichtige Verbindung ins Zentrum. Nun müssen Fußgänger einen etwa 400 Meter weiten Umweg über den Dresdner Platz nehmen. Dieser ist allerdings nicht barrierefrei.
Rollstuhlfahrer müssen daher über die Waisen- und Bahnhofstraße ausweichen - ein weiterer Umweg.
Diesen Zustand will die Stadt nicht hinnehmen. Daher soll am Dresdner Platz zwischen Dresdner Straße/Sonnenstraße und Freiberger Straße eine barrierefreie Rampe entstehen. "Die erforderliche Vermessung wird noch im November erfolgen", teilt das Rathaus mit.
Damit die Rampe schnell fertig wird, nimmt das Verkehrs- und Tiefbauamt die Planung gleich selbst in die Hand. "Ziel ist, dass die Rampe ab dem Sommer 2027 genutzt werden kann", heißt es.
Höhenunterschied wird zur Herausforderung
Kein einfaches Projekt: Laut Stadt wird die Überwindung des Höhenunterschieds herausfordernd. Denn: Die Rampe muss gewisse baurechtliche Kriterien erfüllen. So darf sie nicht zu steil sein, damit Rollstuhlfahrer sicher hinauf- und hinabfahren können.
Zudem müssen die Parkplätze an der Freiberger Straße neu angeordnet werden, damit der Anschluss der Rampe dort Platz hat.
Die Stadt verweist in einer Mitteilung noch einmal darauf, dass der Abriss der Brücke an der Hainstraße unumgänglich war. Das Bauwerk war marode, außerdem ähnelten Alter und Bauweise der eingestürzten Carolabrücke in Dresden.
Grünen-Stadtrat Joseph Israel (27) drängte bis zuletzt auf eine neue Brücke, doch Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) verwies auf die angespannten Haushaltslage. Es fehlt an Geld.
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Stadt Chemnitz