"Politiker lynchen": Wird Rapper "beslik" nach Skandal-Aussage vom KOSMOS-Festival ausgeladen?
Chemnitz - Aufregung um einen Auftritt beim Chemnitzer KOSMOS-Festival: Am Samstagabend soll Rapper "beslik" auf der Bühne stehen. Doch sein Auftritt ist umstritten. Der Musiker steht wegen seiner Aussagen in der Kritik.
"Wir müssen die Regierung stürzen mit Waffengewalt", sagte "beslik" im Juli beim Podcast "Take Me Späti". Zudem sprach er sich dafür aus, Politiker zu lynchen. Interviewerin Sara Arslan entgegnete: "Es muss doch auch eine gewaltfreie Lösung geben."
Rapper "beslik" daraufhin: "Eigentlich nicht. Wir sind ja auch die ganze Zeit Gewalt ausgesetzt." Er bezog sich dabei laut eigenen Aussagen auf Frauenrechte. Frauen würden unterdrückt werden - für den Rapper auch eine Form von Gewalt.
Kontrovers: Der Musiker soll am Samstagabend beim KOSMOS-Festival auftreten. Die Veranstaltung selbst versteht sich als "Festival für Demokratie". Wie passt das zusammen?
TAG24 fragte bei der Stadt als Veranstalter nach. Das Rathaus kenne die Aussagen, bekräftigt aber: "Das Booking des Künstlers fand vor der Veröffentlichung des Podcasts statt."
Aktuell stehe das KOSMOS-Team im engen Austausch mit dem Management des Künstlers. "Welche programmatischen Konsequenzen die getätigten Äußerungen haben, wird derzeit geprüft."
Heißt: Der Künstler könnte durch diese Aussagen womöglich aus dem Programm genommen werden!
Stadt Chemnitz: "KOSMOS ist Plattform für Auseinandersetzungen und Diskussionen"
Wie bewertet die Stadt die Skandal-Aussagen des Künstlers? Das Rathaus weist nochmals darauf hin, dass sich das KOSMOS als ein Festival für Demokratie versteht.
"Es ist eine Plattform für Auseinandersetzungen und Diskussionen. Zu einer Demokratie gehört es auch, unterschiedliche Meinungen zu hören, zuzulassen und einzuordnen."
Dass der Musiker nach der Skandal-Aussage auftreten soll, kritisiert auch die AfD-Ratsfraktion. Es "stehen Musiker wie 'Beslik' auf der Bühne, die offen dazu aufrufen, Politiker aus dem konservativen Lager lynchen und das System mit Waffengewalt stürzen zu wollen", heißt es.
Titelfoto: Uwe Meinhold