"Trend geht zum Abo": Gebühren für Chemnitzer Stadtbibo steigen
Chemnitz - Lesen bildet – und wird in Chemnitz bald ein paar Euro teurer. Zum 1. November will die Stadtbibliothek ihre Gebühren anheben. Der Stadtrat soll den Weg für die Erhöhung am 9. September freimachen.
Die normale Jahreskarte für Erwachsene soll künftig 25 statt 23 Euro kosten, das Abo 22 statt 20 Euro. Familien zahlen 35 statt 33 Euro. "Wir erhöhen nicht einfach quer über alle Angebote", betont Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (67, parteilos).
Die Bibo-Leitung habe das Verhalten der Nutzer genau untersucht. Abos seien in den vergangenen Jahren stetig beliebter geworden. Ruscheinsky bringt es auf den Punkt: "Der Trend geht zum Abo."
Darin sieht die Bürgermeisterin zugleich das 2025 beschlossene Bibliothekskonzept bis 2030 bestätigt. Die Bibo soll längst nicht mehr nur Bücher-Ausleihstation sein, sondern Treffpunkt zum Lernen, Arbeiten, Spielen und Austauschen. Wir sind "tatsächlich auf dem Weg zum dritten Ort", sagt Ruscheinsky.
Kinder und Jugendliche bleiben kostenlos, auch die Tagesgebühr von 3,50 Euro wird nicht angetastet. Neu ist ein Familien-Abo für 32 Euro. Außerdem kommt ein Premium-Paket für 50 Euro beziehungsweise 47 Euro im Abo. Darin stecken neben der Bibo-Karte auch der Eintritt ins Naturkundemuseum, Bestseller-Service, Bestellungen und Vormerkungen.
Die neuen Preise sollen jährlich 49.000 Euro zusätzlich einspielen. Seit 2023 seien die Kosten jedoch um rund 730.000 Euro pro Jahr gestiegen. Die Erhöhung sei deshalb nur ein "Dämpfungseffekt": Die Bibliothek bleibt trotz höherer Gebühren ein kräftiges Zuschussgeschäft.
Titelfoto: Ralph Kunz
