Trotz Fahrgast-Frust: Strecke Chemnitz-Leipzig laut MRB deutlich pünktlicher und stabiler
Chemnitz - Seit Juni 2026 fahren zwischen Chemnitz und Leipzig ausschließlich neue, hochmoderne und komfortable Akku-Züge. Die alten Dieselbahnen sind endlich Geschichte. Laut der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) habe sich die Betriebsstabilität auf der Strecke dadurch deutlich verbessert. Dennoch gibt es Fahrgast-Frust.
"Insbesondere die Zahl fahrzeugbedingter Beeinträchtigungen konnte spürbar reduziert werden", teilt das Verkehrsunternehmen auf TAG24-Anfrage mit. Im Juli 2026 sei keine einzige Fahrt aufgrund einer Fahrzeugstörung ausgefallen, heißt es.
Auch bei der Pünktlichkeit zeige sich eine positive Entwicklung. "Während die Pünktlichkeitsquote im Juli 2025 bei 83 Prozent lag, erreichte sie im Juli 2026 rund 96 Prozent", so die MRB.
Das Verkehrsunternehmen betont aber auch: Um die Leistungsfähigkeit zu steigern, müsse die Strecke zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.
"Gerade der zweigleisige Ausbau ist entscheidend, um die Anfälligkeit für infrastrukturbedingte Störungen zu reduzieren und den Betrieb robuster zu gestalten", heißt es.
Rammelvoller Zug am Samstag, doch MRB spricht von keinem "außergewöhnlich hohen Fahrgastaufkommen"
Probleme gibt es aber offenbar dennoch. Ein TAG24-Leser (39) berichtete von einer chaotischen Fahrt am vergangenen Samstag. Er fand sich in einem viel zu kleinen und rammelvollen Zug mit stickiger Luft wieder.
Ein Bild aus der Bahn zeigt zahlreiche Fahrgäste, die in den Gängen stehen. Laut Aussage des 39-Jährigen sei der Zug an diesem Tag nur mit einem Zugteil gefahren (eigentlich sollten es zwei sein). Die MRB weist den Vorwurf zurück.
Brisant: Obwohl TAG24 ein Bild der überfüllten Bahn vorliegt, sagt die MRB: "Hinweise auf ein außergewöhnlich hohes Fahrgastaufkommen lagen uns für diesen Tag nicht vor."
Zudem beschwerte sich der Fahrgast gegenüber TAG24 über den Kundenservice: "Auf Beschwerden und konkrete Hinweise wird häufig gar nicht oder nur sehr oberflächlich reagiert."
Die MRB sagt hingegen: "Beschwerden werden bei uns systematisch erfasst, ausgewertet und durch die zuständigen Fach- und Führungskräfte geprüft." Sollte Handlungsbedarf bestehen, würden Gespräche, Nachschulungen oder weitere interne Maßnahmen folgen.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, privat