Chemnitz - Für Pilzsammler beginnt Ende August/Anfang September eigentlich die heiße Phase. Steinpilze und andere beliebte Speisepilze, darunter auch die Herbsttrompete, lassen sich dann im Chemnitzer Küchwald finden. Doch in diesem Jahr heißt es offenbar noch warten. Wegen des trockenen Sommers sind bislang nur wenige Pilze zu entdecken.
Bei einem Spaziergang mit Pilzberater Peter Welt (66) vom Pilzfreunde e. V. zeigen sich nur vereinzelt kleine Exemplare. Darunter sind Mehlräsling, Heringstäubling, Zunderschwamm und eine Laubwald-Rotkappe.
"Es kann schon sein, dass innerhalb einer Woche die Pilze raussprießen", sagt Welt. Denn vor allem eines brauchen Pilze: Feuchtigkeit. Die Trockenheit der vergangenen Wochen könne den Start der Saison deshalb nach hinten verschieben.
Welt beschäftigt sich schon seit seiner Kindheit mit Pilzen. Damals ging er mit seiner Mutter auf Pilzsuche. Später besuchte er Lehrgänge an der Volkshochschule. Seit 1993 ist er offizieller Pilzberater.
Noch ist die Saison aber nicht verloren. "Zwischen dem Moos sind immer Erdzungen und Saftlinge gewachsen", erzählt Welt. Zudem gibt es Arten, die ohnehin erst später im Jahr erscheinen. Dazu gehören etwa Nebelkappen, Rötelritterlinge und Austernseitlinge.
Mehr als 3300 verschiedene Pilzarten allein in Chemnitz
Was Welt besonders an Pilzen reizt? "Die Vielfalt." Nach aktuellen Erhebungen kommen in Chemnitz mehr als 3300 verschiedene Pilzarten vor. Damit sei Chemnitz das am besten kartierte Gebiet Deutschlands, so Welt.
Wer einen Pilz nicht sicher bestimmen kann, sollte ihn nicht einfach in den Kochtopf werfen. Welt rät: "Wenn möglich nur Pilze sammeln, die man kennt. Wenn nicht, den Pilz ganz herausnehmen, damit man alle Bestandteile sieht, und ihn dem Pilzberater vorlegen."
Eine Bestimmung per Foto sei zwar möglich. Wer wissen wolle, ob ein Pilz auch essbar ist, sollte ihn aber persönlich vorbeibringen.
Denn im Wald gilt weiterhin: lieber einen Pilz stehen lassen, als einen falschen erwischen!