Chemnitz - Was krabbelt denn da am Fensterrahmen? Diese Frage stellen sich derzeit wahrscheinlich viele Sachsen, wenn sie sich in ihrer Wohnung umschauen. Ein TAG24-Leser hat am Dachgeschossfenster seiner Chemnitzer Wohnung ein besonders großes Exemplar einer Wanze entdeckt.
Dabei handelt es sich um eine Amerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze (Leptoglossus occidentalis), die bis zu zwei Zentimeter lang werden kann. Neben ihrer Größe ist die Kiefernwanze vor allem durch ihre bräunliche Zeichnung auf den Flügeln gut zu erkennen.
Laut NABU sind herbstliche Wanzenbesuche gar nicht so ungewöhnlich. Die kleinen Krabbler halten sich an Fassaden auf und falls Fenster geöffnet sind, sind sie auch recht schnell mal im Haus. Die Tierchen sind dann auf der Suche nach einem mollig warmen Winterquartier.
Auch wenn von den Wanzen keine Gefahr ausgeht, können sie in größeren Ansammlungen schon recht lästig sein.
Wer ein solches Insekt in der Wohnung entdeckt, sollte es am besten ganz vorsichtig wieder nach draußen befördern.
Wanze gilt in Amerika als Schädling
Wie der Name schon verrät, sind die Tierchen eigentlich auf dem amerikanischen Kontinent zu Hause, genauer gesagt westlich der Rocky Mountains. In den vergangenen 25 Jahren haben sie sich aber auch immer mehr in Europa ausgebreitet und siedeln inzwischen in weiten Teilen des Kontinents.
Die Insekten bilden hierzulande übrigens nur eine Generation pro Jahr aus. Die ausgewachsenen Tiere überwintern und legen ihre Eier dann im Frühjahr ab.
In Amerika ist die Wanze als Schädling eingestuft, da sie an den Zapfen, Blüten oder jungen Trieben von Nadelbäumen saugt und so auf Plantagen, wo Koniferen-Saatgut gewonnen wird, für geringeren Ertrag sorgt.
Ansonsten sind aber keine wirtschaftlich relevanten Schadwirkungen durch die Kiefernwanze bekannt.