Von Christian Grube
Chemnitz - Noch eine Woche, dann finden in Shanghai die 48. WorldSkills statt. Bei der Weltmeisterschaft der nicht-akademischen Berufe treten rund 1400 junge Menschen aus 73 Ländern der Welt in ihren jeweiligen Berufen gegeneinander an. Vier Teilnehmer aus Sachsen werden am Mittwoch die Reise nach Asien antreten. Einer von ihnen ist der 22-jährige Bäcker Tobias Karl Miklos aus Chemnitz. TAG24 hat vor seiner Abreise mit ihm gesprochen.
Wenn man an einer Weltmeisterschaft teilnimmt, ist der Fokus voll und ganz aufs Training gerichtet. "Ich bereite mich in der Bundesakademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim auf den Wettkampf vor. Dort trainiere ich eigentlich sieben Tage die Woche", berichtet Tobias.
"Auch ohne Berufsleben wäre diese Vorbereitung schwer. Momentan arbeite ich nur Teilzeit in meinem Betrieb und den Rest der Zeit verbringe ich in der Akademie. Besonders die Tage, an denen man arbeitet und danach noch trainiert, sind natürlich besonders hart."
Bei einem Wettbewerb wie den WorldSkills müssen die Teilnehmer verschiedenste Dinge backen: vom Brot über Brötchen bis hin zum Kuchen. Da hat man doch sicherlich eine Spezialität?
"Am liebsten backe ich reine Sauerteigbrote. Ich liebe es, mir komplexe Rezepturen zu erstellen und mit diversen Fermentationswegen und Nullstufen ein tolles Endprodukt zu erschaffen. Des Weiteren bin ich aber auch ein großer Freund von Plundergebäcken, vorausgesetzt, man ist mit den Rohstoffen vertraut, die man verwendet."
Insgesamt 23 Kontrahenten hat Tobias in Shanghai. Länder wie Kasachstan, Österreich oder Frankreich kämpfen um den Titel des besten Bäckers der Welt. Hat man da nicht auch eine gewisse Angst vor der Herausforderung?
Am Mittwoch geht's nach China
"Wirklich Angst habe ich nicht. Am Ende wird es, wie es wird, und etwas wird garantiert schiefgehen. Vielleicht ist eher noch die Angst da, etwas zu vergessen."
Sicherlich studiert man doch auch seine Konkurrenz, oder? "Erstmal sehe ich andere Teilnehmer nicht als Konkurrenz. Nein, ich studiere sie nicht. Ich möchte unvoreingenommen auf die Leute vor Ort zugehen können und einfach eine gute Zeit haben."
Da alle Teilnehmer im gleichen Boot säßen, sollte Tobias’ Meinung nach eher Empathie füreinander als ein Konkurrenzgedanke entstehen.
Trotz aller Anspannung freut sich der Chemnitzer auf den Wettbewerb. "Am meisten freue ich mich darauf, überhaupt diese Möglichkeit zu haben, nach Shanghai reisen zu können. Auch auf die Gespräche und den Erfahrungsaustausch mit anderen."
Und seine Familie und Freunde? "Ich erhalte viel 'mentale Unterstützung' von Freunden und Bekannten. Sei es nun ein Gespräch oder eine aufbauende Nachricht."
Die Koffer sind gepackt. Am Mittwoch startet der Flieger nach China. Vier Wettkampftage stehen Tobias bevor.