Chemnitz - Der geplante neue Aldi-Markt in Chemnitz-Siegmar muss eine Extrarunde drehen. Die Stadt ändert überraschend das Verfahren für den Neubau an der Zwickauer Straße. Statt auf der Überholspur geht es nun durch eine ausführliche Umweltprüfung. Das dürfte das Projekt weiter verzögern.
Aldi will seinen bisherigen Markt in Schönau aufgeben und nach Siegmar umziehen. Auf dem Gelände der alten Sparkasse soll eine moderne Filiale mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Das denkmalgeschützte Sparkassengebäude darf abgerissen werden.
Ursprünglich hatte das Rathaus auf ein beschleunigtes Verfahren ohne Umweltprüfung und Umweltbericht gesetzt.
Nun die Kehrtwende. Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos) erklärt: Eine Pflicht zur Umweltprüfung könne "nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen" werden.
Auslöser war laut Rathaus ein Einwand aus der Öffentlichkeit. Was darin beanstandet wurde, verrät die Stadt nicht. Die Gesamtfläche von 1580 Quadratmetern - samt Lager, Personal- und Technikräumen - sei von Anfang an bekannt gewesen.
Eine erste Prüfung habe keine erheblichen Umweltfolgen erkennen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt auch der neue Umweltbericht.
Trotzdem wählt die Stadt nun das längere Verfahren. Ein Baustart 2026 erscheint damit kaum realistisch. Am 24. September befasst sich der zuständige Fachausschuss im Stadtrat mit der Kehrtwende.